„Vor dem mir graut – zu dem michs drängt“
摘要
Im Kontext medial vermittelter Gewaltbilder untersucht der Beitrag das ambivalente Erleben von Gräuelfotografien, die zugleich Abscheu und Faszination hervorrufen. Im Anschluss an Susan Sontags Konzept der „Neuen Erlebnisweise“ wird gezeigt, dass diese Wahrnehmung durch die Fähigkeit geprägt ist, widersprüchliche Aspekte gleichzeitig zu erfassen, wodurch auch das ästhetische Potential dokumentarischer Bilder sichtbar wird. In Verbindung mit Rudolf Ottos Theorie des Numinosen wird diese Kontrasterfahrung als religionsaffines Phänomen gedeutet, das in der Rezeption moderner Gewaltbilder Spuren religiösen Erlebens erkennen lässt.