Einen wichtigen Impuls für die Entwicklung der Arbeits-, Industrie- und Betriebssoziologie in der Zwischenkriegszeit liefern die forcierten Debatten über Rationalisierung. Ziel war es, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und vor Beginn des Zweiten Weltkriegs mit seinen die Welt beherrschenden Ambitionen die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wieder zu gewinnen und zu erhöhen. Meine Ausführungen beginnen mit Max Weber, der diese Bereiche der Soziologie begründete und theoretisch, methodisch und empirisch maßgeblich prägte. Anschließend werden die Reformmodelle von Eugen Rosenstock(-Huessy), Richard Lang/Willy Hellpach und Götz Briefs erörtert. Danach richtet sich der Blick auf Forschungen des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie und auf das Arbeitswissenschaftliche Institut der Deutschen Arbeitsfront. Dabei zeigt sich ein schon in der Weimarer Republik feststellbarer Trend, nämlich eine Versozialwissenschaftlichung bzw. Soziologisierung (arbeits)wissenschaftlicher Konzepte. Die Diskussion verfolgt zwei Ebenen, die allerdings unterschiedlich stark die Ansätze prägen. Es handelt sich um eine objektive, die die Gestaltung von Arbeit, Organisation und Technik in den Blick nimmt, und um eine subjektive Ebene, die die Erhöhung der Produktivität der Arbeitskräfte anstrebt.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Arbeits-, Industrie- und Betriebssoziologie in der Zwischenkriegszeit in Deutschland. Konzepte im Kontext der Rationalisierungsdebatte

  • Irene Raehlmann

摘要

Einen wichtigen Impuls für die Entwicklung der Arbeits-, Industrie- und Betriebssoziologie in der Zwischenkriegszeit liefern die forcierten Debatten über Rationalisierung. Ziel war es, nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und vor Beginn des Zweiten Weltkriegs mit seinen die Welt beherrschenden Ambitionen die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wieder zu gewinnen und zu erhöhen. Meine Ausführungen beginnen mit Max Weber, der diese Bereiche der Soziologie begründete und theoretisch, methodisch und empirisch maßgeblich prägte. Anschließend werden die Reformmodelle von Eugen Rosenstock(-Huessy), Richard Lang/Willy Hellpach und Götz Briefs erörtert. Danach richtet sich der Blick auf Forschungen des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie und auf das Arbeitswissenschaftliche Institut der Deutschen Arbeitsfront. Dabei zeigt sich ein schon in der Weimarer Republik feststellbarer Trend, nämlich eine Versozialwissenschaftlichung bzw. Soziologisierung (arbeits)wissenschaftlicher Konzepte. Die Diskussion verfolgt zwei Ebenen, die allerdings unterschiedlich stark die Ansätze prägen. Es handelt sich um eine objektive, die die Gestaltung von Arbeit, Organisation und Technik in den Blick nimmt, und um eine subjektive Ebene, die die Erhöhung der Produktivität der Arbeitskräfte anstrebt.