Sozialstruktur, sozialer Wandel und nationale Integration 1918–1938
摘要
Der Beitrag behandelt in drei Teilen zentrale Aspekte der gesellschaftlichen Entwicklung in der Ersten Republik Österreich. Der erste Teil skizziert die bis 1938 nicht gelösten ökonomisch-sozialen Problemlagen: die Frage nach der „Österreichischen Revolution“, die Folgen der Zerreißung des Wirtschaftsgebietes der Habsburgermonarchie, das Problem der als zu groß empfundenen Hauptstadt, die verfehlte Politik der einflussreichen Wiener Finanzwelt. Im zweiten Teil wird die Bevölkerungsentwicklung dargestellt, anschließend die berufstätige und nicht berufstätige Bevölkerung. Dabei werden große Blöcke sichtbar, die auch regional zuzuordnen waren. Neben die Blöcke „Industrie“ und „Landwirtschaft“ treten scharfe Gegensätze nach Berufspositionen (Selbstständige, Beamte, Angestellte, Arbeiter, mithelfende Familienangehörige). Arbeitslosigkeit war ein ständig vorhandenes Problem. Der dritte Teil wendet sich dem Bereich der „Reproduktion“ zu, also der Frage nach Familien- und Haushaltsgrößen und Formen der Freizeitgestaltung – Familien wandeln sich zu Kleinfamilien. Durch die Einführung des Achtstundentages erhielt auch die Arbeiterschaft einen Anteil an täglicher Freizeit. Dieses Angebot kam aber überwiegend den Männern zugute, am wenigsten den Frauen. Fahrrad, Kino und Radio verändern das Freizeitverhalten.