Zwischen Ethos und Episteme. Über die Anfänge der Wissenschaftsforschung bei Ludwik Fleck und Michael Polanyi
摘要
In diesem Artikel geht es um Ludwik Flecks Theorie der Denkstile und Michael Polanyis Theorie des impliziten Wissens. Obwohl beide Konzepte für die Wissenschaftsforschung im Allgemeinen sehr einflussreich waren und beide zahlreichen Interpretationen unterzogen wurden, wurden ihre Darstellungen kaum vergleichend analysiert. Sowohl Fleck als auch Polanyi stützten sich auf die Gestalttheorie, um zu zeigen, dass wissenschaftliches Wissen weniger dem Weg logischer Prinzipien folgt als schwer fassbaren, sozial geprägten Vorgängen, die Fleck und Polanyi mit den Begriffen Denkstil und implizites Wissen theoretisiert haben. Beide Autoren betonten die Relevanz der menschlichen Wahrnehmung in engem Zusammenhang mit ihrem jeweiligen Verständnis von Wissenschaft, Freiheit und Demokratie. Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Fleck und Polanyi verweisen auf die spezifischen wissenschaftlichen und politischen Kontexte, in denen die Entstehungsherde der Wissenschaftsforschung in der Zwischenkriegszeit zu lokalisieren sind.