Einleitung
摘要
Im Gegensatz zur westlichen liberalen Idee eines allgemein geltenden individuellen Rechts, mit dem ein bestimmter Teil des menschlichen Daseins als unantastbares Rechtsgut vorstaatlich begründet wird und als individuelles Abwehrrecht gegen den Staat fungiert, betont die konfuzianische Gerechtigkeitsidee das intersubjektive Recht, in dem die Gegenseitigkeit der bestehenden mitmenschlichen Beziehung statt negativer Freiheit eines jeden unabhängigen Individuums als Kernaufgabe der Gerechtigkeit eingestuft wird und in der Forderung nach gegenseitiger Pflichterfüllung zugunsten des gegenseitigen Vorteils intersubjektiv enthalten ist. Die Arbeit zielt nicht nur darauf ab, Gerechtigkeitsvorstellungen zwischen westlichem liberalen individuellen Recht und konfuzianischem intersubjektiven Recht zu vergleichen, sondern insbesondere auch darauf, Willkürlichkeit und Ungerechtigkeit innerhalb der konfuzianischen Gegenseitigkeitsidee, die „im Namen des Volkes“ oder „für die Gattin“ als „himmlische Ordnung“ getarnt sind, zu entlarven und schließlich ein neues intersubjektives sowie institutionalisiertes Gerechtigkeitsverständnis zu entwickeln.