Hypostatische Union in neuzeitlicher Christologie
摘要
In der Auseinandersetzung mit der klassischen Zwei-Naturen-Lehre sucht Georg Essen, den Begriff der Enhypostasie aus der Substanzontologie zu lösen und in einer neuzeitlichen Subjekt- und Personenphilosophie neu zu begründen. Dabei versteht er die Freiheit Jesu als Medium der Selbstoffenbarung Gottes. Ein Vergleich mit Francisco Suárez zeigt, dass bereits in der barockscholastischen Christologie die neuzeitlich zu diagnostizierenden Aporien der klassischen Zwei-Naturen-Lehre erkannt werden und Ansätze einer solchen „Denkformtransformation“ vorhanden sind. Suárez’ Konzept eines eigenen Existenzmodus der menschlichen Natur Christi („modus existentiae“) sowie der „substantiellen Weise“ der hypostatischen Union eröffnet eine Perspektive, in der die Integrität der menschlichen Natur Jesu gewahrt bleibt und zugleich ihre transzendentale Bezogenheit auf das göttliche Wort deutlich wird.