Chicago School
摘要
„Warum war die Universität von Chicago – besonders in den 1920er-Jahren – solch ein kreatives Zentrum, sodass sich die Chicago-Schule der Soziologie entwickelt?“, fragt Martin Bulmer (1984), was Luigi Tomasi (1998) vertieft und verallgemeinert: „Was waren die unverwechselbaren Merkmale der Chicago Soziologie?“ Die Antwort auf diese zentralen Fragen verweist auf eine besondere Figuration, auf die Verflechtung kultureller, struktureller, institutionell-organisatorischer und persönlicher Merkmale. Zugespitzt: „Department and Discipline“ – Disziplin als Fach Soziologie und als Einsatz und Inspiration der Forscher – sowie der kreative „Genius“ der Entdecker (Sica 1996, S. 255) – keine Paradigmen – sind wesentliche Elemente dieser Figuration und ihrer Interdepenzen. Die Chicago-Schule ist als Figuration eine Besonderheit von Pragmatismus sowie von Stadt (Chicago), Institution (der 1890 gegründeten „University auf Chicago“), Organisation (dem soziologisch-anthropologischen Department dieser Universität, es ist weltweit eines der ersten [Sica 1990]), Initiative und Institutionalisierung, Kreativität sowie Ausbildung. Anfänglich dominiert das Forschen, die Komplexität der Befunde führt 1937, nach der Blütezeit von 1918 (dem Erscheinungsjahr des ersten Bandes von „Polish Peasant“, womit die Vorlauf-Soziologie abdankt) bis 1933 (Parks Emeritierung) zum symbolischen Interaktionismus, zu einer Aufwertung von Theorie und Interpretation.