Urban Governance wird als ein Konzept der (international vergleichenden) lokalen Politikforschung vorgestellt. Der Handbuchartikel stellt wesentliche Elemente des Konzepts und seiner Analyseperspektive im Kontext deutscher Städte dar. Die Besonderheit lokalen Regierens liegt darin, dass räumliche Nähe funktionale und soziale Unterschiede im besonderen Maße sichtbar und erfahrbar macht. Der Nexus zwischen dem Ort und der Erfahrung von gesellschaftlichen Differenzen ist ein besonderes Merkmal des Regierens in Städten. Nach einer Skizze der historischen Entwicklung der deutschen Stadtpolitik werden die Variationen der Urban Governance entlang der Dimensionen der institutionellen Einbindung (Polity), der Politikfelder und programmatischen Inhalte (Policy) und der möglichen Machtkonstellationen (Politics) diskutiert. Urbane Governance ist in unterschiedlichen lokalen Politikfeldern (z. B. Wirtschaft, Soziales, Umwelt, Integration) vorzufinden. Sie weist unterschiedliche programmatische Richtungen auf, die sich je nach Stadt und Politikfeld unterscheiden können, das sind eine unternehmerisch-managerialistische, eine autoritär-identitäre, eine sozial-redistributive, eine ökologisch-transformative und pluralität-anerkennende strategische Orientierung. Die lokalen Machtkonstellationen sind auf einem Kontinuum zwischen hierarchisch-elitär und heterarchisch-partizipativ angesiedelt. Es sind aber auch identitäre und strategische Politiken der Negation zu identifizieren. Der Beitrag führt grundlegend in die Forschung zu Urbaner Governance und in lokale Politikforschung ein. Die These ist, das urbane Governance so vielfältig ist, dass sie immer nur als besonderen Variation vergleichend untersucht werden kann.

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Urban Governance

  • Detlef Sack

摘要

Urban Governance wird als ein Konzept der (international vergleichenden) lokalen Politikforschung vorgestellt. Der Handbuchartikel stellt wesentliche Elemente des Konzepts und seiner Analyseperspektive im Kontext deutscher Städte dar. Die Besonderheit lokalen Regierens liegt darin, dass räumliche Nähe funktionale und soziale Unterschiede im besonderen Maße sichtbar und erfahrbar macht. Der Nexus zwischen dem Ort und der Erfahrung von gesellschaftlichen Differenzen ist ein besonderes Merkmal des Regierens in Städten. Nach einer Skizze der historischen Entwicklung der deutschen Stadtpolitik werden die Variationen der Urban Governance entlang der Dimensionen der institutionellen Einbindung (Polity), der Politikfelder und programmatischen Inhalte (Policy) und der möglichen Machtkonstellationen (Politics) diskutiert. Urbane Governance ist in unterschiedlichen lokalen Politikfeldern (z. B. Wirtschaft, Soziales, Umwelt, Integration) vorzufinden. Sie weist unterschiedliche programmatische Richtungen auf, die sich je nach Stadt und Politikfeld unterscheiden können, das sind eine unternehmerisch-managerialistische, eine autoritär-identitäre, eine sozial-redistributive, eine ökologisch-transformative und pluralität-anerkennende strategische Orientierung. Die lokalen Machtkonstellationen sind auf einem Kontinuum zwischen hierarchisch-elitär und heterarchisch-partizipativ angesiedelt. Es sind aber auch identitäre und strategische Politiken der Negation zu identifizieren. Der Beitrag führt grundlegend in die Forschung zu Urbaner Governance und in lokale Politikforschung ein. Die These ist, das urbane Governance so vielfältig ist, dass sie immer nur als besonderen Variation vergleichend untersucht werden kann.