Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt machen als Teil geschlechterbasierter Gewalt auch vor den Hochschulen nicht halt und betreffen dort insbesondere Frauen und tin* Personen. Als spezifische Ursachen im Kontext von Hochschule und Wissenschaft werden die ausgeprägten Hierarchien und Statusgruppenunterschiede sowie unsichere Arbeitsverhältnisse ausgemacht. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der vorliegende Beitrag auf der Grundlage einer Onlinebefragung empirische Befunde zu sexueller Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im akademischen Mittelbau an Hochschulen in NRW. Die Analyse macht sichtbar, dass ein nicht unerheblicher Teil der Beschäftigten mit Sexismus im Arbeitsalltag konfrontiert ist und Übergriffe und Belästigungen Bestandteil eines Kontinuums geschlechterbasierter Gewalt an Hochschulen sind. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Betroffene – auch weil sie sich hiervon keine Lösung oder gar Nachteile versprechen – vielfach von einer Beschwerde absehen. Daher erfordert die Prävention sexualisierter Diskriminierung und Gewalt den Einsatz für eine wertschätzende und diskriminierungsarme Hochschulkultur, die offensiv gegen eine sexistische und feindliche Arbeitsatmosphäre eintritt.

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„… mein Chef ist sehr sexistisch“. Empirische Befunde zu sexueller Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im akademischen Mittelbau

  • Lisa Mense,
  • Heike Mauer

摘要

Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt machen als Teil geschlechterbasierter Gewalt auch vor den Hochschulen nicht halt und betreffen dort insbesondere Frauen und tin* Personen. Als spezifische Ursachen im Kontext von Hochschule und Wissenschaft werden die ausgeprägten Hierarchien und Statusgruppenunterschiede sowie unsichere Arbeitsverhältnisse ausgemacht. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der vorliegende Beitrag auf der Grundlage einer Onlinebefragung empirische Befunde zu sexueller Belästigung, Diskriminierung und Gewalt im akademischen Mittelbau an Hochschulen in NRW. Die Analyse macht sichtbar, dass ein nicht unerheblicher Teil der Beschäftigten mit Sexismus im Arbeitsalltag konfrontiert ist und Übergriffe und Belästigungen Bestandteil eines Kontinuums geschlechterbasierter Gewalt an Hochschulen sind. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Betroffene – auch weil sie sich hiervon keine Lösung oder gar Nachteile versprechen – vielfach von einer Beschwerde absehen. Daher erfordert die Prävention sexualisierter Diskriminierung und Gewalt den Einsatz für eine wertschätzende und diskriminierungsarme Hochschulkultur, die offensiv gegen eine sexistische und feindliche Arbeitsatmosphäre eintritt.