Vor dem Hintergrund gesetzlicher Entwicklungen – insbesondere des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) – sowie der gesellschaftlichen Dringlichkeit des Themas, gewinnt die curriculare Integration sexualpädagogischer und präventiver Inhalte in pädagogischen Studiengängen zunehmend an Bedeutung. Zur Prüfung des status quo der Verankerung der Thematik in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte an Hochschulen, wurden Vorlesungsverzeichnisse und Modulhandbücher pädagogischer Studiengänge (u. a. Lehramt, Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik, Erziehungswissenschaft) an 20 niedersächsischen Hochschulen über den Zeitraum vom Wintersemester 2016/17 bis zum Sommersemester 2019 untersucht. Analysiert wurde, inwiefern zentrale Themenbereiche wie Gewalt, Sexualität, Prävention, Recht, Diskriminierung und Traumapädagogik in der Lehre angeboten wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass sexualisierte Gewalt, sexualpädagogische Inhalte und präventive Ansätze nicht systematisch Bestandteil pädagogischer Studiengänge in Niedersachsen sind. Studierende können – insbesondere im Lehramt – ein gesamtes Studium absolvieren, ohne vertieft mit diesen essenziellen Themen konfrontiert zu werden. Damit bleibt das Potenzial der Hochschulen, als Multiplikator:innen für Kinderschutz und Gewaltprävention zu wirken, weitgehend ungenutzt.

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Sexualisierte Gewalt und Prävention als Themen in der Hochschullehre? Eine Analyse niedersächsischer Hochschulen

  • Alida Birke,
  • Christin Sager

摘要

Vor dem Hintergrund gesetzlicher Entwicklungen – insbesondere des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) – sowie der gesellschaftlichen Dringlichkeit des Themas, gewinnt die curriculare Integration sexualpädagogischer und präventiver Inhalte in pädagogischen Studiengängen zunehmend an Bedeutung. Zur Prüfung des status quo der Verankerung der Thematik in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte an Hochschulen, wurden Vorlesungsverzeichnisse und Modulhandbücher pädagogischer Studiengänge (u. a. Lehramt, Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik, Erziehungswissenschaft) an 20 niedersächsischen Hochschulen über den Zeitraum vom Wintersemester 2016/17 bis zum Sommersemester 2019 untersucht. Analysiert wurde, inwiefern zentrale Themenbereiche wie Gewalt, Sexualität, Prävention, Recht, Diskriminierung und Traumapädagogik in der Lehre angeboten wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass sexualisierte Gewalt, sexualpädagogische Inhalte und präventive Ansätze nicht systematisch Bestandteil pädagogischer Studiengänge in Niedersachsen sind. Studierende können – insbesondere im Lehramt – ein gesamtes Studium absolvieren, ohne vertieft mit diesen essenziellen Themen konfrontiert zu werden. Damit bleibt das Potenzial der Hochschulen, als Multiplikator:innen für Kinderschutz und Gewaltprävention zu wirken, weitgehend ungenutzt.