Zur Notwendigkeit einer curricularen Verankerung von sexueller Bildung und sexueller/sexualisierter Gewalt in erziehungswissenschaftlichen Studiengängen
摘要
Nachdem 2010 Fälle von massiver sexueller/sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen in pädagogischen Kontexten öffentlich wurden, lässt sich zwar eine deutliche Zunahme erziehungswissenschaftlicher Forschung in diesem Bereich feststellen, aber nur an wenigen Hochschulen findet sich ein Lehrangebot, das Studierende angemessen auf die sexualpädagogischen Aufgaben ihrer zukünftigen pädagogischen Praxis vorbereitet. Im Mittelpunkt des vorliegenden Beitrags stehen zwei Lehrforschungsprojekte, die die Autorinnen an der Universität zu Köln durchgeführt haben. Der Fokus lag auf sexueller Bildung, weil seit 2010 das Thema Sexualität von Heranwachsenden in der erziehungswissenschaftlichen Forschung fast ausschließlich im Modus von Gefahrenabwehr verhandelt wurde. Mit der umfassenderen Rahmung von sexueller Bildung sollte der Vereinseitigungstendenz reiner Gewaltprävention entgegengewirkt werden. Eine Gemeinsamkeit beider Projekte bestand darin, dass sie die Deutungen sowie die Biografien der (angehenden) Professionellen selbst von Anfang an theoriegeleitet in den Blick nahmen.