Geschlechtsspezifische Gewalt im Hochschulkontext ist nicht nur untererfasst, es besteht auch wenig Einigkeit über die Definition des Phänomens. Unter digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt an Hochschulen wird im Rahmen dieses Beitrags neben sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen jede Form sexuell konnotierten unerwünschten oder unethischen Verhaltens verstanden, das im Kontext institutioneller Machtungleichheiten stattfindet, sich digitaler Mittel bedient und überproportional Frauen, Inter-, Trans- oder non-binary Personen betrifft. Da die Studienlage für Deutschland wenig aussagekräftig ist, wird neben anekdotischer Evidenz auf Berichte aus dem Ausland zurückgegriffen, die nahelegen, dass sich auch diese Form der Gewalt intersektional verstärkt. Entgegen dem (erwünschten) Selbstbild als aufgeklärte Orte werden Hochschulen auch als potenziell gefährliche Orte dargestellt, an denen Hate Speech, Cybermobbing und digitale Gewalt im sozialen Nahraum stattfinden. Es werden Möglichkeiten und Grenzen der Intervention – wie z. B. Beschwerdestellen – und Prävention aufgezeigt und dafür plädiert, die strukturelle Komponente dieses Machtmissbrauchs und die Verantwortung der Hochschule dafür in den Mittelpunkt zu stellen und zumindest die Verantwortung für die akademischen Folgen abzumildern.

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Digitale geschlechtsspezifische Gewalt im Kontext Hochschule

  • Nivedita Prasad

摘要

Geschlechtsspezifische Gewalt im Hochschulkontext ist nicht nur untererfasst, es besteht auch wenig Einigkeit über die Definition des Phänomens. Unter digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt an Hochschulen wird im Rahmen dieses Beitrags neben sexueller Belästigung und sexuellen Übergriffen jede Form sexuell konnotierten unerwünschten oder unethischen Verhaltens verstanden, das im Kontext institutioneller Machtungleichheiten stattfindet, sich digitaler Mittel bedient und überproportional Frauen, Inter-, Trans- oder non-binary Personen betrifft. Da die Studienlage für Deutschland wenig aussagekräftig ist, wird neben anekdotischer Evidenz auf Berichte aus dem Ausland zurückgegriffen, die nahelegen, dass sich auch diese Form der Gewalt intersektional verstärkt. Entgegen dem (erwünschten) Selbstbild als aufgeklärte Orte werden Hochschulen auch als potenziell gefährliche Orte dargestellt, an denen Hate Speech, Cybermobbing und digitale Gewalt im sozialen Nahraum stattfinden. Es werden Möglichkeiten und Grenzen der Intervention – wie z. B. Beschwerdestellen – und Prävention aufgezeigt und dafür plädiert, die strukturelle Komponente dieses Machtmissbrauchs und die Verantwortung der Hochschule dafür in den Mittelpunkt zu stellen und zumindest die Verantwortung für die akademischen Folgen abzumildern.