Das Kapitel entwickelt ein poststrukturalistisches methodisches Vorgehen für die Diskursanalyse von Interviews über Studierende mit Behinderung. Methodologisch wird Kontingenz in den Mittelpunkt des methodischen Arbeitens gestellt, wodurch die strikte Trennung von Theorie und Empirie zugunsten reflexiver Forschungshaltungen aufgegeben werden soll. Vergleichende Analysen fokussieren auf diskursive Ereignisse statt nationaler Kontexte als Erklärungshorizonte. Das analytische Vorgehen orientiert sich an Foucaults Monumentbegriff und analysiert Kohärenz und Diskontinuität als produktive Gegensätze. Die Interviews mit Hochschulmitarbeitenden, welche den Großteil der Datengrundlage für die Analysen darstellen, werden aus poststrukturalistisch-diskursanalytischer Perspektive als ritualisierte, machtdurchzogene Praktiken verstanden, die bereits in den Interviewaufrufen beginnen und nicht neutrale Datenquellen darstellen. Daher wird (die eigene) wissenschaftliche Praxis als Teil der Wirklichkeitsproduktion reflektiert, wodurch eigene Verstrickungen in Machtverhältnisse transparent gemacht werden.

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Methodisches Vorgehen in der Arbeit

  • Robert Aust

摘要

 Das Kapitel entwickelt ein poststrukturalistisches methodisches Vorgehen für die Diskursanalyse von Interviews über Studierende mit Behinderung. Methodologisch wird Kontingenz in den Mittelpunkt des methodischen Arbeitens gestellt, wodurch die strikte Trennung von Theorie und Empirie zugunsten reflexiver Forschungshaltungen aufgegeben werden soll. Vergleichende Analysen fokussieren auf diskursive Ereignisse statt nationaler Kontexte als Erklärungshorizonte. Das analytische Vorgehen orientiert sich an Foucaults Monumentbegriff und analysiert Kohärenz und Diskontinuität als produktive Gegensätze. Die Interviews mit Hochschulmitarbeitenden, welche den Großteil der Datengrundlage für die Analysen darstellen, werden aus poststrukturalistisch-diskursanalytischer Perspektive als ritualisierte, machtdurchzogene Praktiken verstanden, die bereits in den Interviewaufrufen beginnen und nicht neutrale Datenquellen darstellen. Daher wird (die eigene) wissenschaftliche Praxis als Teil der Wirklichkeitsproduktion reflektiert, wodurch eigene Verstrickungen in Machtverhältnisse transparent gemacht werden.