Wozu Wissenschaft? Wahrheit, Wissen und Kontingenz aus neopragmatistischer Perspektive
摘要
Karsten Berr, Olaf Kühne und Robert Lämmchen stellen sich einer grundsätzlichen, beinahe übergroßen Frage: Wozu Wissenschaft? Ausgangspunkt ist eine Reflexion über die Funktion von Wissenschaft, aber auch eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Begriff der Wahrheit, von Wissen und den Bedingungen wissenschaftlicher Praxis. Karsten Berr schildert seinen Weg vom Gärtnerlehrling zur Landschaftstheorie und Wissenschaftsphilosophie. Dies unterstreicht bereits exemplarisch die zentrale Bedeutung von Kontingenz im Lebens- wie im Wissenschaftsverlauf. Behandelt werden auch zentrale Begriffe wie Irrtumsanfälligkeit, Konstruktivismus, Hermeneutik, Kontingenz und Intersubjektivität im Kontext neopragmatistischen Denkens. Im Zentrum des Gesprächs steht dabei die Idee einer ‚Ethik der Ungewissheit‘. Diese lässt sich als kritischer Gegenentwurf zu dogmatischen Wahrheitsansprüchen – mit explizitem Bezug zur Gegenwart – verstehen. Dabei dient die Drei-Welten-Theorie von Karl Popper als analytisches Instrumentarium, das durch eine intersubjektivitätsorientierte Weiterentwicklung ergänzt wird. In Anlehnung an Richard Rorty wird Wissenschaft nicht als Suche nach absoluten Wahrheiten, sondern als praktisches Werkzeug zur Weltbewältigung verstanden. In diesem Sinne wird sie als stets offen, fallibel und multiperspektivisch verstanden.