Ausgangspunkt des Gesprächs zwischen Dennis Edler und Olaf Kühne am Rande des International Cartographic Congress in Vancouver ist die wissenschaftliche und persönliche Verortung Edlers im Feld der Kartografie. Sie leitet sich aus einer frühen Begeisterung für geografische Fragestellungen ab. Diese hat sich dann nach dem Studium in Forschung, Lehre und institutioneller Einbindung an der Ruhr-Universität Bochum fortgesetzt. Im Mittelpunkt des Dialogs stehen aktuelle Trends der Kartografie im Zeichen neuer Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz sowie Virtual und Augmented Reality. Anhand von Beispielen wie PictoAI werden Potenziale, Grenzen und Risiken von KI-gestützten kartografischen Verfahren diskutiert. Dies betrifft etwa Nutzerfreundlichkeit, Standardisierung und kreative Offenheit. Zugleich wird die Bedeutung einer theoretischen Fundierung des Faches besprochen: Demnach habe die kritische Kartografie wichtige Impulse für die Reflexion von Macht, Datenzugängen und der sozialen Konstruktion von Karten geliefert. Neopragmatistische Perspektiven liefern indes neue Wege, technologische Innovationen mit Fragen der Nützlichkeit, der Inklusion und der Verantwortung zu verbinden. Konzepte wie Fallibilismus und Fehlertoleranz werden dabei als zentrale epistemologische Rahmungen diskutiert, die nicht nur für die wissenschaftliche Reflexion, sondern auch für die Ausbildung künftiger Kartograf:innen bedeutsam sind. In dem Austausch wird deutlich, dass sich die Kartografie nur dann dauerhaft als Wissenschaft behaupten kann, wenn sie technologische, gesellschaftliche und theoretische Dimensionen gleichermaßen berücksichtigt und weiterentwickelt.

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Technologische Innovation und theoretische Reflexion: Kartographie im Zeichen von KI und Neopragmatismus

  • Dennis Edler,
  • Robert Lämmchen,
  • Olaf Kühne

摘要

Ausgangspunkt des Gesprächs zwischen Dennis Edler und Olaf Kühne am Rande des International Cartographic Congress in Vancouver ist die wissenschaftliche und persönliche Verortung Edlers im Feld der Kartografie. Sie leitet sich aus einer frühen Begeisterung für geografische Fragestellungen ab. Diese hat sich dann nach dem Studium in Forschung, Lehre und institutioneller Einbindung an der Ruhr-Universität Bochum fortgesetzt. Im Mittelpunkt des Dialogs stehen aktuelle Trends der Kartografie im Zeichen neuer Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz sowie Virtual und Augmented Reality. Anhand von Beispielen wie PictoAI werden Potenziale, Grenzen und Risiken von KI-gestützten kartografischen Verfahren diskutiert. Dies betrifft etwa Nutzerfreundlichkeit, Standardisierung und kreative Offenheit. Zugleich wird die Bedeutung einer theoretischen Fundierung des Faches besprochen: Demnach habe die kritische Kartografie wichtige Impulse für die Reflexion von Macht, Datenzugängen und der sozialen Konstruktion von Karten geliefert. Neopragmatistische Perspektiven liefern indes neue Wege, technologische Innovationen mit Fragen der Nützlichkeit, der Inklusion und der Verantwortung zu verbinden. Konzepte wie Fallibilismus und Fehlertoleranz werden dabei als zentrale epistemologische Rahmungen diskutiert, die nicht nur für die wissenschaftliche Reflexion, sondern auch für die Ausbildung künftiger Kartograf:innen bedeutsam sind. In dem Austausch wird deutlich, dass sich die Kartografie nur dann dauerhaft als Wissenschaft behaupten kann, wenn sie technologische, gesellschaftliche und theoretische Dimensionen gleichermaßen berücksichtigt und weiterentwickelt.