Die erste wissenschaftliche Theorie stammt aus der Psychologie: die Neurosenlehre von Sigmund Freud. Sie bildet ein Einstiegsszenario, um zentrale Elemente wissenschaftlicher Theoriebildung nachvollziehbar zu machen. Aus realen Fallbeschreibungen werden Fakten und Faktensysteme in normierter, klarer Sprache dargestellt und dann theoretische Modelle entwickelt, die durch Hypothesen näher charakterisiert werden. Besonderes Augenmerk gilt dem empirischen Anspruch dieser Theorie. Kann dieser sich an überprüfbaren Beobachtungen messen lassen? Zentrale wissenschaftliche Begriffe der Neurosentheorie werden eingeführt und erklärt, zum Beispiel: Relationen (also Beziehungen zwischen Elementen), Funktionen, Strukturen, Mengen, Beweise oder Methoden. Die Neurosentheorie ist eine rein qualitative Theorie: sie arbeitet ohne Zahlen. Dennoch enthält sie sämtliche Grundelemente, die eine wissenschaftliche Theorie auszeichnen. Die Modellbildung selbst gestaltet sich vergleichsweise unproblematisch; die Herausforderungen liegen hier in der Anwendung der Theorie auf reale Fälle und in der Erhebung relevanter Fakten auf der Bedeutungsebene.

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Psychologie: Erste Schritte

  • Wolfgang Balzer,
  • Klaus Manhart

摘要

Die erste wissenschaftliche Theorie stammt aus der Psychologie: die Neurosenlehre von Sigmund Freud. Sie bildet ein Einstiegsszenario, um zentrale Elemente wissenschaftlicher Theoriebildung nachvollziehbar zu machen. Aus realen Fallbeschreibungen werden Fakten und Faktensysteme in normierter, klarer Sprache dargestellt und dann theoretische Modelle entwickelt, die durch Hypothesen näher charakterisiert werden. Besonderes Augenmerk gilt dem empirischen Anspruch dieser Theorie. Kann dieser sich an überprüfbaren Beobachtungen messen lassen? Zentrale wissenschaftliche Begriffe der Neurosentheorie werden eingeführt und erklärt, zum Beispiel: Relationen (also Beziehungen zwischen Elementen), Funktionen, Strukturen, Mengen, Beweise oder Methoden. Die Neurosentheorie ist eine rein qualitative Theorie: sie arbeitet ohne Zahlen. Dennoch enthält sie sämtliche Grundelemente, die eine wissenschaftliche Theorie auszeichnen. Die Modellbildung selbst gestaltet sich vergleichsweise unproblematisch; die Herausforderungen liegen hier in der Anwendung der Theorie auf reale Fälle und in der Erhebung relevanter Fakten auf der Bedeutungsebene.