Subjects: Postmodern Forces of Convergence. How (Not) to Link Agency, Empowerment and Resistance in Studies in Subjectivation
摘要
Der Ruf nach Agency in Subjektivierungsanalysen basiert allzu oft auf einer manichäischen Unterscheidung von Individuen und Gesellschaft. Der vorliegende Aufsatz betrachtet Subjekte stattdessen als Kraftverhältnisse der Konvergenz, situiert in der Postmoderne: Gegenwartsgesellschaften sind durch Differenz organisiert, die Normen nicht als monolithische Regeln, sondern als anzupassende, mehrdeutige Gestaltungsmöglichkeiten fassen. Subjekte bilden die zentrale Schnittstelle, die sie in mehrdeutige Alltage übersetzt. Normen werden damit nicht nur aufgehoben oder subvertiert, sondern multipliziert und durch Differenz um Knotenpunkte organisiert. Subjektivierungsanalysen haben die Aufgabe, diese Konvergenzen zu untersuchen: Ich schlage ein heuristisches Konzept der Subjektivierungsweisen vor, mit dem sich dieses gesellschaftliche Verhältnis fassen lässt – und diskutiere dabei, wie Empowerment, Widerstand und Agency (nicht) zu verknüpfen wären.