Gespaltener Habitus und biografischer Schmerz. Subjektpraktiken in Autosoziobiografien als Akte der ‚Entpassung‘ und der Selbsttransformation
摘要
Das neuere literarische Genre Autosoziobiografie gilt als eine Form der selbstaufklärerischen biografischen Arbeit, das Literatur mit soziologischer Theorieanleihe verbindet. Der vorliegende Beitrag schlüsselt zentrale Elemente dieses Genres in Hinsicht auf adaptive Subjektpraktiken auf. Im Zentrum steht die doppelte Entfremdungserfahrung von Klassenaufsteiger*innen im ‚gespaltenen Habitus‘. Im schmerzhaften Ringen um eine neue Subjektposition decken die Schreiber*innen ihre Eigenbeteiligung an der Herrschaftsreproduktion in der Bildungswelt auf. In der Arbeit des zu-sich durch ein gegen-sich entwickeln sie die adaptive Variante der ‚Entpassung‘ – als transformativer Prozess abseits bloßer Unterwerfung, Widerstand oder passiver Anpassung.