Vor dem Hintergrund der aktuellen Transformationsprozesse in Staat und Verwaltung widmet sich der Beitrag der Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitswesens (ÖGD) in Bayern – mit besonderem Fokus auf die kommunalen Gesundheitsämter. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die COVID-19-Pandemie nicht nur Defizite in den technischen und organisatorischen Grundlagen offenlegte, sondern zugleich als Katalysator für digitale Entwicklungen wirkte. Die Analyse macht deutlich, dass die Umsetzung digitaler Strukturen bislang uneinheitlich, häufig projektbasiert und nicht flächendeckend erfolgt ist. Insbesondere rechtliche Rahmenbedingungen, heterogene IT-Landschaften, fehlende Interoperabilität und ein ausgeprägter Ressourcenmangel erweisen sich als strukturelle Hindernisse. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass auf kommunaler Ebene innovative und praxisnahe Lösungen entstanden sind. Projekte zur digitalen Quarantäneverwaltung, zur automatisierten Schuleingangsuntersuchung oder zur Einführung interoperabler Fachanwendungen verdeutlichen, wie Digitalisierung funktional, effizient und bürgernah gestaltet werden kann. Erfolgsfaktoren sind hierbei insbesondere partizipative Projektentwicklung, enge Kooperation mit IT-Dienstleistern sowie eine prozessorientierte Verankerung in den Arbeitsalltag der Ämter. Neben einer verbindlicheren strategischen Steuerung sind vor allem ein koordinierter Ausbau interoperabler technischer Infrastrukturen, eine gezielte Personal- und Kompetenzentwicklung sowie eine lernförderliche Verwaltungskultur erforderlich. Die digitale Transformation des ÖGD kann nur dann gelingen, wenn technische Innovation, rechtliche Verlässlichkeit und organisatorischer Wandel systematisch zusammengeführt werden – als integraler Bestandteil einer modernen, resilienten und gemeinwohlorientierten Gesundheitsverwaltung.

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Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitswesen in Bayern

  • Michael Schörnig,
  • Isabel Schörnig

摘要

Vor dem Hintergrund der aktuellen Transformationsprozesse in Staat und Verwaltung widmet sich der Beitrag der Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitswesens (ÖGD) in Bayern – mit besonderem Fokus auf die kommunalen Gesundheitsämter. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die COVID-19-Pandemie nicht nur Defizite in den technischen und organisatorischen Grundlagen offenlegte, sondern zugleich als Katalysator für digitale Entwicklungen wirkte. Die Analyse macht deutlich, dass die Umsetzung digitaler Strukturen bislang uneinheitlich, häufig projektbasiert und nicht flächendeckend erfolgt ist. Insbesondere rechtliche Rahmenbedingungen, heterogene IT-Landschaften, fehlende Interoperabilität und ein ausgeprägter Ressourcenmangel erweisen sich als strukturelle Hindernisse. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass auf kommunaler Ebene innovative und praxisnahe Lösungen entstanden sind. Projekte zur digitalen Quarantäneverwaltung, zur automatisierten Schuleingangsuntersuchung oder zur Einführung interoperabler Fachanwendungen verdeutlichen, wie Digitalisierung funktional, effizient und bürgernah gestaltet werden kann. Erfolgsfaktoren sind hierbei insbesondere partizipative Projektentwicklung, enge Kooperation mit IT-Dienstleistern sowie eine prozessorientierte Verankerung in den Arbeitsalltag der Ämter. Neben einer verbindlicheren strategischen Steuerung sind vor allem ein koordinierter Ausbau interoperabler technischer Infrastrukturen, eine gezielte Personal- und Kompetenzentwicklung sowie eine lernförderliche Verwaltungskultur erforderlich. Die digitale Transformation des ÖGD kann nur dann gelingen, wenn technische Innovation, rechtliche Verlässlichkeit und organisatorischer Wandel systematisch zusammengeführt werden – als integraler Bestandteil einer modernen, resilienten und gemeinwohlorientierten Gesundheitsverwaltung.