Grenzen der Furcht: Der Einfluss von Grenznähe, Urbanität und politischer Einstellung auf personale Kriminalitätsfurcht
摘要
Kriminalitätsfurcht ist in Sachsen angesichts zunehmender registrierter Kriminalität ein politisch und gesellschaftlich wichtiges Thema. Durch die Außengrenzen zu Polen und Tschechien muss sich der Freistaat Sachsen mit einem weiteren, sehr spezifischen Kriminalitätsphänomen auseinandersetzen: der Grenzkriminalität. In diesem Kapitel wird der Frage nachgegangen, ob die Kriminalitätsfurcht bei Bewohner:innen in der Nähe der sächsischen Außengrenzen stärker ausgeprägt ist als bei Personen in anderen Regionen des Freistaats. Dabei steht neben der Grenznähe auch die Urbanität der Region als Prädiktor für Kriminalitätsfurcht im Fokus. Weiterhin wird analysiert, ob die Zusammenhänge zwischen Grenznähe, Urbanität und Kriminalitätsfurcht von der politischen Orientierung der Befragten abhängen. Insbesondere in einer Zeit globaler Migration und politischer Spannungen stellt sich die Frage, wie die geografische und ideologische Positionierung von Individuen ihre Wahrnehmung von Sicherheit und Kriminalitätsrisiken beeinflusst. Die Analysen beruhen auf Befragungsdaten aus dem Projekt „Sicherheit und Kriminalität in Sachsen“ (SKiSAX). Die Ergebnisse zeigen, dass die drei untersuchten Prädiktoren kaum mit der Kriminalitätsfurcht zusammenhängen. Insbesondere die Grenznähe und die Urbanität der Region haben einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Kriminalitätsfurcht. Daraus lässt sich ableiten, dass die Kriminalitätsfurcht nicht von der Nähe zu den sächsischen Außengrenzen abhängt.