Die vorliegende Studie untersucht, wie sich Kriminalitätsfurcht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten – urbanen, semiurbanen und ländlichen Räumen – manifestiert und welche individuellen, sozialen und politischen Einflussfaktoren dabei wirksam sind. Basierend auf repräsentativen Umfragedaten aus Sachsen werden raumtypische Unterschiede analysiert und mithilfe linearer Regressions- und Interaktionsmodelle vertiefend untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ländliche Räume signifikant geringere Ausprägungen von Kriminalitätsfurcht aufweisen als urbane Räume – ein Effekt, der auch unter Kontrolle soziodemografischer, sozialer und politischer Variablen bestehen bleibt. Besonders das subjektive Erleben der sozialen Nahumgebung – etwa durch Kohäsion oder Desorganisation – entfaltet ein starkes Erklärungspotenzial. Darüber hinaus wirken sich politische Einstellungen unterschiedlich je nach Raumtyp aus. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Kriminalitätsfurcht ein komplexes, raumvermitteltes Phänomen ist, das politische wie gesellschaftliche Aufmerksamkeit verdient. Die Studie leistet einen Beitrag zur kontextsensiblen Sicherheitsforschung und spricht sich für eine differenzierte Präventionspolitik aus, die räumliche Besonderheiten stärker berücksichtigt.

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Stadt, Land, Furcht: Kriminalitätsfurcht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten

  • Tuuli-Marja Kleiner

摘要

Die vorliegende Studie untersucht, wie sich Kriminalitätsfurcht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten – urbanen, semiurbanen und ländlichen Räumen – manifestiert und welche individuellen, sozialen und politischen Einflussfaktoren dabei wirksam sind. Basierend auf repräsentativen Umfragedaten aus Sachsen werden raumtypische Unterschiede analysiert und mithilfe linearer Regressions- und Interaktionsmodelle vertiefend untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass ländliche Räume signifikant geringere Ausprägungen von Kriminalitätsfurcht aufweisen als urbane Räume – ein Effekt, der auch unter Kontrolle soziodemografischer, sozialer und politischer Variablen bestehen bleibt. Besonders das subjektive Erleben der sozialen Nahumgebung – etwa durch Kohäsion oder Desorganisation – entfaltet ein starkes Erklärungspotenzial. Darüber hinaus wirken sich politische Einstellungen unterschiedlich je nach Raumtyp aus. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Kriminalitätsfurcht ein komplexes, raumvermitteltes Phänomen ist, das politische wie gesellschaftliche Aufmerksamkeit verdient. Die Studie leistet einen Beitrag zur kontextsensiblen Sicherheitsforschung und spricht sich für eine differenzierte Präventionspolitik aus, die räumliche Besonderheiten stärker berücksichtigt.