Friedensethische Reflexionen zur Logik der Aufrüstung und militärischen Abschreckung
摘要
Gegenwärtige friedens- und sicherheitspolitische Diskussionen lassen häufig den Eindruck entstehen, seit dem Angriff Russlands auf die benachbarte Ukraine stellten sich viele Fragen nach einem angemessenen Umgang mit dieser Situation grundsätzlich neu. Doch ist es wichtig, dabei die ethischen und politischen Lehren nicht zu vergessen, die sich aus der Verlaufsgeschichte des Kalten Krieges ergaben und bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben. Die folgenden Überlegungen gelten daher der ethischen und politischen Signatur einer Weltordnung, die nach wie vor stark vom Prinzip militärischer Abschreckung geprägt ist, und den wichtigsten Problemen, die sie aufwirft beziehungsweise perpetuiert. Sie fragen sodann, wie sich diese entschärfen lassen, zumindest aber verhindert werden kann, dass sie sich noch zuspitzen. Leitend dabei sind Orientierungen, die sich aus dem Konzept des gerechten Friedens gewinnen und für die heutige Situation fruchtbar machen lassen.