Mira Bakhtaran – „War hart, aber hat funktioniert“
摘要
Mira Bakhtaran wurde 1970 im Iran als das zweite von drei Kindern geboren: Sie hatte einen vier Jahre älteren Bruder und eine jüngere Schwester, die 1987 auf die Welt kam. Ihr Vater brach sein Studium der Medizin ab und arbeitete bis Ende der 1970er-Jahre beim Zoll, wo er ein sehr hohes Einkommen erzielte; die Mutter ging keinem Beruf nach. Die Kindheit von Frau Bakhtaran war während der Grundschulzeit durch mehrfache Auslandsaufenthalte in England und luxuriöse Urlaubsreisen in Europa geprägt. Seit 1979 mehrten sich im Gefolge der ‚Islamischen Revolution‘ Schwierigkeiten für die Familie. Trotz der politischen Umstände, familiärer Krisen und, damit einhergehend, längerer Phasen, in denen sie keine Schule besuchte, absolvierte sie 1988 erfolgreich das Abitur im Iran und arbeitete danach für kurze Zeit im Sekretariat einer Baufirma. Nachdem bereits ihr Bruder das Land verlassen hatte, um in Skandinavien zu studieren, floh auch Mira Bakhtaran im Alter von 20 Jahren nach Europa. Auf dem Weg zu ihrem Bruder musste sie, da ihr das Geld ausging, in Norddeutschland einen Stopp einlegen. In dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann kennen, der 1961 ebenfalls im Iran geboren wurde. Dieser war im Anschluss an einen Offizierslehrgang nicht in den Iran zurückgekehrt, sondern schloss in Deutschland ein Informatikstudium ab. Die beiden heirateten 1992, ihre Tochter wurde 1993 geboren. Frau Bakhtaran nahm eine Auszeit (Familienphase) und kümmerte sich sowohl um ihre Tochter als auch um ihre 17 Jahre jüngere Schwester (Pflegetochter). 1996 siedelte die gesamte Familie für zwei Jahre in eine Wirtschaftsmetropole in Ostasien über, in der ihr Mann beruflich tätig war. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland begann Mira Bakhtaran 1998 mit der Vorbereitung auf die Z-Prüfung, die sie 1999 für das Fach Informatik erfolgreich ablegte. Bevor die Familie erneut für 18 Monate nach Ostasien zog, schrieb sie sich für ein Fernstudium ein, welches sie jedoch im Ausland nicht fortführen konnte. Nach diesem Aufenthalt kehrte die Familie zunächst nicht nach Deutschland zurück, sondern zog aufgrund der beruflichen Tätigkeit des Ehemannes für zwei Jahre nach Frankreich, bevor sie 2003 schließlich erneut nach Deutschland, jetzt nach Süddeutschland, zurückkehrte. Da in diesem Bundesland weder ihr iranisches Abitur noch die Z-Prüfung als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wurden, holte Frau Bakhtaran das Abitur am Abendgymnasium von 2003 bis 2005 nach. Daran schloss sie ein Studium der Zahnmedizin an, das sie 2012 erfolgreich beendete. Eine Promotion erfolgte 2013. Im Anschluss daran war sie zunächst als angestellte Ärztin in einer großen Praxis tätig, bevor sie sich mit einer eigenen Praxis selbständig machte. Zum Zeitpunkt des Interviews führte sie diese Praxis gemeinsam mit ihrem Mann, der nach dem Ausscheiden aus seinem Beruf u. a. am Empfang, im Büro und der technischen Verwaltung tätig war. Ihre beiden Kinder haben mittlerweile ebenfalls ein Studium abgeschlossen (Abb. 10.1).