Repertoire IV: Methoden
摘要
Die Arbeit und die Auseinandersetzung mit empirischen Forschungsmethoden gehört zu den zentralen, wiederkehrenden Themen in Howard S. Beckers Œuvre. Als Feldforscher macht er sich von Anfang an für jene Vorgehensweisen stark, die seine eigenen Studien prägen: die genaue Analyse von Einzelfällen, teilnehmende Beobachtung und offene Interviews. Seine deutliche Präferenz für diese qualitativen Methoden ist ein Grund dafür, dass er als Soziologe gesehen wird, der in der Tradition der Chicago School steht, die mit diesen Methoden in Verbindung gebracht wird. Wie jedoch schon in Kap. 2 gezeigt und wie von Becker selbst in seinen Ausführungen über die Chicago School dargestellt (z. B. Becker 1999a), ist die Chicagoer Soziologie durchweg vielseitiger, als immer wieder behauptet. So ist auch Becker kein kategorischer Gegner quantitativer Methoden. Wenn er diese vor allem in der Frühphase seines Schaffens stark kritisiert, dann vor allem, weil zu dieser Zeit die von ihm bevorzugten qualitativen Methoden wenig anerkannt sind und er bestrebt ist, diese zu legitimieren. Prinzipiell haben für ihn quantitative wie qualitative Methoden ihre Berechtigung.