Neuartige Standardsetzung durch Industriepolitik? Handlungsspielräume am Beispiel EU vs. China – Elektromobilität
摘要
In der traditionellen Sichtweise der Standardsetzungsliteratur zu „De Jure“ vs. „De Facto“ Standards geht es darum, wie eine Vereinbarung aller relevanten Akteure erreicht und durchgesetzt wird. Die Rolle des Staates beschränkt sich hierbei darauf, positive Rahmenbedingungen, z. B. für einen „Lead-Market“, zu entwickeln und unfairen Wettbewerb auf Ebene des Endproduktes zu unterbinden. Aktuell beobachten wir jedoch eine neue Qualität der direkten und indirekten Firmenunterstützung in bestimmten Schwellenländern, die als solche Dominantes Design dem Wettbewerb gleichermaßen „vorwegnimmt“. Wir wollen dies Verlauf des Beitrags als „De Politico“ Standardsetzung konkretisieren. Dieser Beitrag zeigt logisch auf, wie mittelfristig normative Spielräume von Playern aus benachteiligten Ländern bei Außenhandelsinterventionen zwar weiter bestehen, dass langfristig jedoch sowohl normativ als auch praktisch keine Chance besteht, der neuen „De Politico“ Standardsetzung auszuweichen. Vielmehr müssen bis dato marktbeherrschende Firmen aus plötzlich benachteiligten Ländern Strategien entwickeln, um a) „De Politico“ Standards weitmöglichst in Produkt- und Servicekomponenten zu isolieren und b) gleichzeitig Alleinstellungsfunktionalitäten zu schaffen, welche nicht kopiert und imitiert und daher nicht in Industriestandards gegossen werden können.