Was ist eine Forschungsbeziehung? Szenisches Verstehen, kommunikative Validierung und eine andere Form der Evidenz
摘要
Forschung und Beziehungsarbeit in einem Atemzug zu nennen, weckt vermutlich noch immer Verwunderung und Kopfschütteln. Meine Beziehung zu Mechthild Bereswill, der alle Beiträge dieses Bandes gewidmet sind, beruht auf gemeinsamen Erfahrungen, die im Kontext qualitativer Forschung entstanden sind. Sie selbst spricht verschiedentlich von dem Beziehungsangebot, das ein Text, speziell Interviewtexte, den Leser:innen macht und auf das unweigerlich reagiert wird: zumeist in der Bewertung als Störung, die besser ignoriert wird. Eine psychoanalytisch orientierte Hermeneutik wird eine solche Irritation als einen möglichen Schlüssel zum Verständnis eines tieferliegenden, verborgenen, unbewussten Sinns begreifen. Wie dieser Schlüssel zu nutzen ist, werde ich im Folgenden zeigen, und dabei verdeutlichen, wie Mechthild Bereswill ihn genutzt hat.