Einleitung – Die Hinterfragung des Selbstverständlichen als Haltung und Arbeitsprinzip
摘要
In ihrem langen und engagierten Arbeitsleben hat Mechthild Bereswill ein ihr eigenes Denken und Arbeiten gegen Vereinfachung und für Differenzierung entwickelt. Je verschieden und mit unterschiedlicher Intensität haben alle Autor:innen der Beiträge dieses Bandes diesen Denkstil gemeinsam mit Mechthild praktiziert. Dabei spielen Unterscheidungen – zwischen Offensichtlichem und Hintergründigem, Struktur und Handeln, Analyse und Beschreibung, Verstehen und Erklären – eine wichtige Rolle. Die Hinterfragung des Selbstverständlichen als Haltung und Arbeitsprinzip ist verbunden mit dem Ansinnen, die Komplexität der Sachverhalte aufzuschließen, um ihr zumindest ein Stück näher zu kommen oder gar auf den Grund zu gehen. Auch bedeutet es, vermeintlich Offensichtliches und schlicht Gegebenes auf differente Komplexitäten, auf die feinen Unterschiede hin zu befragen und Strukturähnlichkeiten, Analogien und verallgemeinernde Schlussfolgerungen sorgfältig zu begründen. Man muss sich, so die Erfahrung der Zusammenarbeit mit Mechthild, unmittelbar und immer wieder, der Intuition und spontanen Assoziationen auch widersetzen, vielmehr versuchen, Irrtümer zu entdecken, verschiedene Interpretationswege zu erkunden, sich selbst hinterfragen und auf die Mehrdimensionalität sozialer Phänomene achten.