Von „Hammelbeinen“ und „missratenen Söhnen“. Erziehungsanspruch und Sozialisation in der Planungs- und Aufbauphase der Bundeswehr 1950–1965
摘要
Im Text wird untersucht, wie die Erziehung des Soldaten in Anbetracht der vielfach als negativ empfundenen historischen Erfahrungen in den neu aufzubauenden westdeutschen Streitkräften gestaltet werden sollte. Speziell das Spannungsfeld zwischen dem militärischen Erziehungsanspruch und der neuen Vorstellung vom „Staatsbürger in Uniform“ wird (auch unter Rückgriff auf Wolf Graf von Baudissin) thematisiert. Anschließend wird auf die „Leitsätze für die Erziehung des Soldaten“ und deren Durchsetzung in der Bundeswehr eingegangen. In einem Exkurs zur Militärjustiz als Erziehungs- und Sozialisationselement wird das Ringen um Inhalt und Prozess der Sanktionierung abweichenden Verhalten in der Bundeswehr analysiert. Insgesamt ist festzustellen: Nicht die militärische Sozialisation des Zivilen, sondern eine zivile Prägewirkung in das Militärische hinein prägten und prägen die Bundeswehr als Abbild der demokratischen Verfasstheit von Staat und Gesellschaft.