Abschn.  3.6 schilderte bereits, dass viele wissenschaftliche Erkenntnisse, die einmal als unumstößlich galten, Jahre oder Jahrzehnte später als falsch entlarvt wurden. Das ist kein Grund zur Verwunderung oder Sorge, denn Fehler und Fehleinschätzungen sind menschlich und passieren entsprechend ebenfalls in der Wissenschaft, die ja auch von Menschen betrieben wird. Jedes einzelne Experiment birgt (wie jede andere wissenschaftliche Studie) die Gefahr, ein falsches oder verzerrtes Bild der Realität wiederzugeben. Das ist ein Risiko, mit dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leben und das sie sich entsprechend bewusst machen müssen. Sie sollten aber extrem darauf bedacht sein, dieses Risiko zu minimieren. Ein klassischer Weg, wissenschaftliche Befunde abzusichern und auf eine solidere empirische Basis zu stellen, ist die abermalige Durchführung von Studien. Wiederholt man eine Untersuchung mit dem Ziel, die Gültigkeit der Befunde erneut zu überprüfen (d. h. zu validieren), zu erweitern oder zu spezifizieren, nennt man dies eine Replikation. Die Replizierbarkeit von Ergebnissen ist ein ganz zentraler Bestandteil, eine fundamentale Anforderung an jegliche Forschung (Rosenthal, 2009; Schmidt, 2009). Denn Befunde, die bislang noch nicht wiederholt getestet wurden, sind zu einem gewissen Grad unsicher. Dies ist insbesondere dadurch bedingt, dass wir in den Sozialwissenschaften meist mit Stichproben arbeiten und die darauf basierenden statistischen Auswertungen auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf Gewissheiten beruhen. Gemäß des statistischen „Gesetzes der großen Zahlen“, führt erst das wiederholte Testen eines Effekts in verschiedenen Kontexten dazu, dass dessen Auftreten als relativ gesichert gelten kann. Somit sind Replikationen eine fundamentale Säule der Forschung.

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Replikationen

  • Thomas Koch,
  • Christina Seeger,
  • Philipp Müller

摘要

Abschn.  3.6 schilderte bereits, dass viele wissenschaftliche Erkenntnisse, die einmal als unumstößlich galten, Jahre oder Jahrzehnte später als falsch entlarvt wurden. Das ist kein Grund zur Verwunderung oder Sorge, denn Fehler und Fehleinschätzungen sind menschlich und passieren entsprechend ebenfalls in der Wissenschaft, die ja auch von Menschen betrieben wird. Jedes einzelne Experiment birgt (wie jede andere wissenschaftliche Studie) die Gefahr, ein falsches oder verzerrtes Bild der Realität wiederzugeben. Das ist ein Risiko, mit dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leben und das sie sich entsprechend bewusst machen müssen. Sie sollten aber extrem darauf bedacht sein, dieses Risiko zu minimieren. Ein klassischer Weg, wissenschaftliche Befunde abzusichern und auf eine solidere empirische Basis zu stellen, ist die abermalige Durchführung von Studien. Wiederholt man eine Untersuchung mit dem Ziel, die Gültigkeit der Befunde erneut zu überprüfen (d. h. zu validieren), zu erweitern oder zu spezifizieren, nennt man dies eine Replikation. Die Replizierbarkeit von Ergebnissen ist ein ganz zentraler Bestandteil, eine fundamentale Anforderung an jegliche Forschung (Rosenthal, 2009; Schmidt, 2009). Denn Befunde, die bislang noch nicht wiederholt getestet wurden, sind zu einem gewissen Grad unsicher. Dies ist insbesondere dadurch bedingt, dass wir in den Sozialwissenschaften meist mit Stichproben arbeiten und die darauf basierenden statistischen Auswertungen auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf Gewissheiten beruhen. Gemäß des statistischen „Gesetzes der großen Zahlen“, führt erst das wiederholte Testen eines Effekts in verschiedenen Kontexten dazu, dass dessen Auftreten als relativ gesichert gelten kann. Somit sind Replikationen eine fundamentale Säule der Forschung.