Die Bundesrepublik hat ihre Souveränität erst nach und nach erlangt. Erst nach dem Abschluss des Deutschlandvertrages im Jahre 1955 war es möglich, eine eigene Außenpolitik zu machen. Doch hatte man sich zu diesem Zeitpunkt bereits daran gewöhnt, sich nach den Weisungen aus Washington zu richten. Daran änderte sich auch nichts nach der Wiedervereinigung und der Erlangung der vollen Souveränität. Denn inzwischen hatte sich Deutschland in seiner Verteidigungs- und Sicherheitspolitik in eine unbedingte Abhängigkeit von den USA begeben. Diese Abhängigkeit bedeutet eine empfindliche Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes und damit der Anwendung demokratischer Prinzipien. Nicht die wahlberechtigten Bürger der Bundesrepublik entscheiden, welche Außenpolitik gemacht wird, sondern die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Deutschland ist nicht bereit, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Es ist ein Land, das nicht erwachsen werden will.

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Demokratie und Außenpolitik

  • Wolfgang Plasa

摘要

Die Bundesrepublik hat ihre Souveränität erst nach und nach erlangt. Erst nach dem Abschluss des Deutschlandvertrages im Jahre 1955 war es möglich, eine eigene Außenpolitik zu machen. Doch hatte man sich zu diesem Zeitpunkt bereits daran gewöhnt, sich nach den Weisungen aus Washington zu richten. Daran änderte sich auch nichts nach der Wiedervereinigung und der Erlangung der vollen Souveränität. Denn inzwischen hatte sich Deutschland in seiner Verteidigungs- und Sicherheitspolitik in eine unbedingte Abhängigkeit von den USA begeben. Diese Abhängigkeit bedeutet eine empfindliche Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes und damit der Anwendung demokratischer Prinzipien. Nicht die wahlberechtigten Bürger der Bundesrepublik entscheiden, welche Außenpolitik gemacht wird, sondern die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika. Deutschland ist nicht bereit, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Es ist ein Land, das nicht erwachsen werden will.