Die Wirtschaft, an der wir teilnehmen, dient nicht dem Gemeinwohl. Die Politik, die gemacht wird, liegt nicht im Interesse der Mehrheit. Beide schaffen Machtzentren, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen. Im Falle der Marktwirtschaft sind das Monopole oder Oligopole. Im Falle der Demokratie sind das die Parteien. Die Beteiligung der Menschen an beiden Systemen beruht nur scheinbar auf freier Willensentscheidung, denn sie ist das Produkt einer massiven Werbung und Manipulation der Meinungsbildung. Infolgedessen verlieren sowohl die Demokratie wie auch die Marktwirtschaft zusehends an Legitimität. Die Gründe dafür liegen einerseits in den Schwächen der Demokratie, andererseits in den Tendenzen der Marktwirtschaft. Die Marktwirtschaft begünstigt die Vermögensbildung einer Minderheit. Sie drängt auf eine möglichst liberale Wirtschaftspolitik, weil sie ihnen weitere Vorteile bringt. Dafür missbraucht sie die Schwächen der Demokratie, die es ihr erlauben, Einfluss auf die Politik zu nehmen – mit der Folge eines weiteren Vermögenszuwachses. Gemeinsam haben Demokratie und Marktwirtschaft einen Teufelskreis geschaffen, in dem die Macht und das Vermögen einer Minderheit unaufhaltsam wachsen. Es ist Zeit, es sich einzugestehen: Der Liberalismus ist am Ende, und zwar sowohl der politische wie auch der wirtschaftliche.

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Liberalismus, Demokratie und Marktwirtschaft

  • Wolfgang Plasa

摘要

Die Wirtschaft, an der wir teilnehmen, dient nicht dem Gemeinwohl. Die Politik, die gemacht wird, liegt nicht im Interesse der Mehrheit. Beide schaffen Machtzentren, die keiner staatlichen Kontrolle unterliegen. Im Falle der Marktwirtschaft sind das Monopole oder Oligopole. Im Falle der Demokratie sind das die Parteien. Die Beteiligung der Menschen an beiden Systemen beruht nur scheinbar auf freier Willensentscheidung, denn sie ist das Produkt einer massiven Werbung und Manipulation der Meinungsbildung. Infolgedessen verlieren sowohl die Demokratie wie auch die Marktwirtschaft zusehends an Legitimität. Die Gründe dafür liegen einerseits in den Schwächen der Demokratie, andererseits in den Tendenzen der Marktwirtschaft. Die Marktwirtschaft begünstigt die Vermögensbildung einer Minderheit. Sie drängt auf eine möglichst liberale Wirtschaftspolitik, weil sie ihnen weitere Vorteile bringt. Dafür missbraucht sie die Schwächen der Demokratie, die es ihr erlauben, Einfluss auf die Politik zu nehmen – mit der Folge eines weiteren Vermögenszuwachses. Gemeinsam haben Demokratie und Marktwirtschaft einen Teufelskreis geschaffen, in dem die Macht und das Vermögen einer Minderheit unaufhaltsam wachsen. Es ist Zeit, es sich einzugestehen: Der Liberalismus ist am Ende, und zwar sowohl der politische wie auch der wirtschaftliche.