Im Fokus der vorliegenden Untersuchung standen die Lebens- und Erfahrungswelten von religiösen Akteuren, die sich in den Zeiten von guatemaltekischem bewaffnetem Konflikt und/oder Post-Konflikt in progressiven religiösen Bewegungen engagierten. Kapitel 9 fasst die Untersuchung zusammen, zieht Schlussfolgerungen und setzt diese in einen Bezug zu den der Arbeit zugrundeliegenden theoretischen Annahmen und zu den in Kapitel 2 aufgezeigten Forschungslücken und -defiziten. Zum einen werden hier die verschiedenen durch die Akteurscluster erfassten Formen religiöser Praxis in einen Bezug zu der Frage nach den gesellschaftlichen Funktionen von Religion gesetzt. Zum anderen wird gezeigt, dass die Motivation der progressiven religiösen Akteure nicht statische religiöse Vorstellungen oder Normen sind, sondern dass soziale Erfahrungen je nach gesellschaftlicher Positionierung unterschiedlich religiös gedeutet werden und die Akteure entsprechend unterschiedliche religiöse Praxisformen hervorbringen. Für die Erforschung von verschiedenen Formen von religiöser Praxis bedeutet dies, dass entsprechende Untersuchungen den sozialstrukturellen Aspekt sozialer Erfahrungen von Akteuren und deren religiöse Verarbeitung einbeziehen müssen. Da die Friedensforschung zu Religion dies bisher nicht leistet, wird die HabitusAnalysis als neues Instrument dieses Forschungsbereichs vorgeschlagen.

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Schluss. Progressive religiöse Praxis der Akteure in Guatemala und Theorie der Beschreibung

  • Tamara Candela Gómez de la Torre

摘要

Im Fokus der vorliegenden Untersuchung standen die Lebens- und Erfahrungswelten von religiösen Akteuren, die sich in den Zeiten von guatemaltekischem bewaffnetem Konflikt und/oder Post-Konflikt in progressiven religiösen Bewegungen engagierten. Kapitel 9 fasst die Untersuchung zusammen, zieht Schlussfolgerungen und setzt diese in einen Bezug zu den der Arbeit zugrundeliegenden theoretischen Annahmen und zu den in Kapitel 2 aufgezeigten Forschungslücken und -defiziten. Zum einen werden hier die verschiedenen durch die Akteurscluster erfassten Formen religiöser Praxis in einen Bezug zu der Frage nach den gesellschaftlichen Funktionen von Religion gesetzt. Zum anderen wird gezeigt, dass die Motivation der progressiven religiösen Akteure nicht statische religiöse Vorstellungen oder Normen sind, sondern dass soziale Erfahrungen je nach gesellschaftlicher Positionierung unterschiedlich religiös gedeutet werden und die Akteure entsprechend unterschiedliche religiöse Praxisformen hervorbringen. Für die Erforschung von verschiedenen Formen von religiöser Praxis bedeutet dies, dass entsprechende Untersuchungen den sozialstrukturellen Aspekt sozialer Erfahrungen von Akteuren und deren religiöse Verarbeitung einbeziehen müssen. Da die Friedensforschung zu Religion dies bisher nicht leistet, wird die HabitusAnalysis als neues Instrument dieses Forschungsbereichs vorgeschlagen.