Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) bringt grundlegende Veränderungen für die Soziale Arbeit mit sich – sowohl in der Handlungspraxis als auch in den zugrunde liegenden theoretischen Konzepten. Im Unterschied zu früheren technologischen Entwicklungen, die primär administrative Prozesse betrafen, beeinflussen KI-Systeme zunehmend auch fachliche Entscheidungsprozesse und Interaktionen mit Adressatinnen und Adressaten. Dieser Beitrag analysiert strukturelle, professionelle und organisationale Veränderungen, die sich aus dem Einsatz von KI ergeben. Dabei werden theoretische Perspektiven wie die Beschleunigungstheorie (Rosa, 2013, 2017), der Neo-Institutionalismus (DiMaggio & Powell, 1983) und die Theorie der Sozialen Konstruktion von Technologie (SCOT) (Bijker, 2008; Pinch, 2012; Pinch & Bijker, 1984) herangezogen, um die Einbettung und Wirkung technischer Systeme in sozialen Kontexten zu beleuchten. Im Fokus stehen Veränderungen in Dokumentationspraktiken, Entscheidungslogiken und die Entstehung hybrider Interventionsformen. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Balance zwischen Standardisierung und Fallorientierung sowie zur Gestaltung professioneller Beziehungen auf. Dabei wird deutlich, dass die erfolgreiche Integration von KI wesentlich von der davon  abhängen wird, wie technologische Innovation mit professioneller Expertise und ethischer Reflexion verbunden werden können. Das Kapitel entwickelt auf dieser Grundlage Ansatzpunkte für eine kritische und zugleich gestaltende Auseinandersetzung mit KI-Technologien in der sozialarbeiterischen Praxis.

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Soziale Arbeit im digitalen Zeitalter: Digitalisierung, KI und ihre Auswirkungen auf Fachkräfte und Adressaten und Adressatinnen

  • Christina S. Plafky,
  • Hannes Badertscher

摘要

Die Integration Künstlicher Intelligenz (KI) bringt grundlegende Veränderungen für die Soziale Arbeit mit sich – sowohl in der Handlungspraxis als auch in den zugrunde liegenden theoretischen Konzepten. Im Unterschied zu früheren technologischen Entwicklungen, die primär administrative Prozesse betrafen, beeinflussen KI-Systeme zunehmend auch fachliche Entscheidungsprozesse und Interaktionen mit Adressatinnen und Adressaten. Dieser Beitrag analysiert strukturelle, professionelle und organisationale Veränderungen, die sich aus dem Einsatz von KI ergeben. Dabei werden theoretische Perspektiven wie die Beschleunigungstheorie (Rosa, 2013, 2017), der Neo-Institutionalismus (DiMaggio & Powell, 1983) und die Theorie der Sozialen Konstruktion von Technologie (SCOT) (Bijker, 2008; Pinch, 2012; Pinch & Bijker, 1984) herangezogen, um die Einbettung und Wirkung technischer Systeme in sozialen Kontexten zu beleuchten. Im Fokus stehen Veränderungen in Dokumentationspraktiken, Entscheidungslogiken und die Entstehung hybrider Interventionsformen. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Balance zwischen Standardisierung und Fallorientierung sowie zur Gestaltung professioneller Beziehungen auf. Dabei wird deutlich, dass die erfolgreiche Integration von KI wesentlich von der davon  abhängen wird, wie technologische Innovation mit professioneller Expertise und ethischer Reflexion verbunden werden können. Das Kapitel entwickelt auf dieser Grundlage Ansatzpunkte für eine kritische und zugleich gestaltende Auseinandersetzung mit KI-Technologien in der sozialarbeiterischen Praxis.