Der Beitrag thematisiert das Problem einer disziplinpolitisch motivierten Konfigurierung des Theorie-Praxis-Verhältnisses. Dabei wird nicht allein auf die epistemische Leistung allgemein-erziehungswissenschaftlicher Theorie zur Erschließung von Handlungssystemen vertraut. Stattdessen wird vor dem Hintergrund aktueller Transformationen des wissenschaftlichen Feldes untersucht, was anders auszurichten oder zu stärken ist, damit eine bessere disziplinäre Profilierung gelingen kann. Ausgegangen wird zunächst von der titelgebenden Sentenz einer Abhandlung Kants des Jahres 1793, die eigentlich ein moralphilosophisches Problem beschreibt. Sie bietet jedoch wesentliche Argumente gegen die These einer praktischen Insuffizienz von Theorie und reüssiert deshalb auch innerhalb pädagogischer Einlassungen stark – wie etwa bei Marian Heitger. Drei, zum Ende hin vorgeschlagene Maßnahmen sehen schließlich vor, Disziplinpolitik im Horizont der Wissenschaftsentwicklung zu gestalten. Diese Maßnahmen sprechen sich dafür aus, Theoriebildung aus allgemein-erziehungswissenschaftlichen Konzepten heraus zu betreiben, Verbindlichkeiten zu etablieren und aufrechtzuerhalten sowie Theorien praktisch zu denken.

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„Das mag zwar in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“ – Sondierungen eines „Gemeinspruchs“, den auch (und gerade) die Allgemeine Erziehungswissenschaft umtreibt

  • Thorsten Fuchs

摘要

Der Beitrag thematisiert das Problem einer disziplinpolitisch motivierten Konfigurierung des Theorie-Praxis-Verhältnisses. Dabei wird nicht allein auf die epistemische Leistung allgemein-erziehungswissenschaftlicher Theorie zur Erschließung von Handlungssystemen vertraut. Stattdessen wird vor dem Hintergrund aktueller Transformationen des wissenschaftlichen Feldes untersucht, was anders auszurichten oder zu stärken ist, damit eine bessere disziplinäre Profilierung gelingen kann. Ausgegangen wird zunächst von der titelgebenden Sentenz einer Abhandlung Kants des Jahres 1793, die eigentlich ein moralphilosophisches Problem beschreibt. Sie bietet jedoch wesentliche Argumente gegen die These einer praktischen Insuffizienz von Theorie und reüssiert deshalb auch innerhalb pädagogischer Einlassungen stark – wie etwa bei Marian Heitger. Drei, zum Ende hin vorgeschlagene Maßnahmen sehen schließlich vor, Disziplinpolitik im Horizont der Wissenschaftsentwicklung zu gestalten. Diese Maßnahmen sprechen sich dafür aus, Theoriebildung aus allgemein-erziehungswissenschaftlichen Konzepten heraus zu betreiben, Verbindlichkeiten zu etablieren und aufrechtzuerhalten sowie Theorien praktisch zu denken.