Zur Personalsituation in der niedrigschwelligen Wohnungslosenhilfe als anerkennungsloser und unterschätzter Raum Sozialer Arbeit
摘要
Der Beitrag beleuchtet die Personalsituation in der niedrigschwelligen Wohnungslosenhilfe auf Basis qualitativer Interviews mit Fach- und Hilfskräften. Im Zentrum steht die ambivalente Funktion (pädagogischer) Hilfskräfte, die in Folge personeller Unterausstattung zentrale Aufgaben der Sozialen Arbeit übernehmen – etwa Beziehungsarbeit, Beratung und Krisenintervention – dabei jedoch häufig schutzlos, allein und ohne professionelle Anleitung agieren. Die Autor*innen zeigen, dass die Hilfskräfte in einem Raum tätig sind, der von gesellschaftlicher, politischer und organisationaler Nicht-Anerkennung geprägt ist, gleichzeitig aber durch kreative, nicht formalisierte Praxen im Mangel aufrechterhalten wird. Die niedrigschwellige Wohnungslosenhilfe erscheint so als ein paradoxes Feld: prekär ausgestattet, aber von hoher professioneller Bedeutung – mit der Gefahr der Deprofessionalisierung und dem Potenzial zur Neuverhandlung professioneller Standards. Der Beitrag versteht sich als Plädoyer für mehr strukturelle Absicherung und fachliche Anerkennung dieser zentralen Unterstützungsform Sozialer Arbeit.