Der Beitrag analysiert auf Grundlage einer Onlinebefragung mit 3.234 ausgewerteten Rückmeldungen aus dem Herbst 2024 die aktuellen Arbeitsbedingungen in sieben zentralen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit: dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der stationären Jugendhilfe, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Sozialen Arbeit im Kontext Schule (Ganztag, Schulsozialarbeit, Schulbegleitung), der Sozialen Arbeit bei Behinderung und Wohnungslosenhilfe. Trotz signifikanter Unterschiede im Detail zeigen sich strukturelle Gemeinsamkeiten: flächendeckende Arbeitsüberlastung, fehlende personelle und infrastrukturelle Ressourcen sowie hohe emotionale Belastungen. Gleichzeitig verfügen die Beschäftigten über ein hohes Maß an fachlicher Autonomie: Sie treffen Entscheidungen selbstständig, wählen situativ passende Methoden und dokumentieren ihre Vorgehensweisen – ein Hinweis auf die Notwendigkeit reflexiver Professionalität. Der Beitrag verdeutlicht, dass in keinem Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit eine katastrophale Personalnot herrscht – doch gerade das verbreitete Fehlen weniger Kolleg*innen pro Einrichtung summiert sich zu einem gesamtgesellschaftlich relevanten strukturellen Defizit. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit besserer struktureller Bedingungen, verlässlicher Reflexionsräume und einer institutionellen Anerkennung der Professionalität Sozialer Arbeit

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Strukturell überfordert, fachlich autonom: Arbeitsbedingungen in zentralen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit

  • Nikolaus Meyer,
  • Elke Alsago

摘要

Der Beitrag analysiert auf Grundlage einer Onlinebefragung mit 3.234 ausgewerteten Rückmeldungen aus dem Herbst 2024 die aktuellen Arbeitsbedingungen in sieben zentralen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit: dem Allgemeinen Sozialen Dienst, der stationären Jugendhilfe, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Sozialen Arbeit im Kontext Schule (Ganztag, Schulsozialarbeit, Schulbegleitung), der Sozialen Arbeit bei Behinderung und Wohnungslosenhilfe. Trotz signifikanter Unterschiede im Detail zeigen sich strukturelle Gemeinsamkeiten: flächendeckende Arbeitsüberlastung, fehlende personelle und infrastrukturelle Ressourcen sowie hohe emotionale Belastungen. Gleichzeitig verfügen die Beschäftigten über ein hohes Maß an fachlicher Autonomie: Sie treffen Entscheidungen selbstständig, wählen situativ passende Methoden und dokumentieren ihre Vorgehensweisen – ein Hinweis auf die Notwendigkeit reflexiver Professionalität. Der Beitrag verdeutlicht, dass in keinem Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit eine katastrophale Personalnot herrscht – doch gerade das verbreitete Fehlen weniger Kolleg*innen pro Einrichtung summiert sich zu einem gesamtgesellschaftlich relevanten strukturellen Defizit. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit besserer struktureller Bedingungen, verlässlicher Reflexionsräume und einer institutionellen Anerkennung der Professionalität Sozialer Arbeit