Der anhaltende Personalmangel in der Sozialen Arbeit hat sich in den letzten Jahren zu einer strukturellen Krise entwickelt, die nicht nur die Qualität sozialer Dienstleistungen, sondern auch das professionelle Selbstverständnis und die Qualifizierungsstrukturen der Disziplin grundlegend verändert. Der Sammelband analysiert diese Entwicklung entlang von vier exemplarischen Arbeitsfeldern – Kindertagesbetreuung, Jugendhilfe, Soziale Arbeit bei Behinderung und Wohnungsnotfallhilfe – und beleuchtet die Auswirkungen auf die Adressatinnen, die professionell Tätigen sowie disziplin- und professionspolitische Akteure. Die Beiträge zeigen, dass der Personalmangel weit über ein quantitatives Defizit hinausgeht und als Katalysator einer schleichenden De-Professionalisierung wirkt. Neben empirischen Befunden zu den Arbeitsbedingungen, den Qualifizierungswegen und den Folgen für die Adressatinnen wird die strukturelle Einbettung des Personalmangels in bildungs-, sozial- und arbeitsmarktpolitische Entwicklungen herausgearbeitet. Der Band verdeutlicht: Lösungsansätze müssen über reine Personalgewinnung hinausgehen und die sozialen, institutionellen und politischen ahmenbedingungen der Sozialen Arbeit in den Blick nehmen.

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Zwischen Mangel und Weitermachen: ein einführender Überblick zum Personalmangel in der Sozialen Arbeit

  • Elke Alsago,
  • Rita Braches-Chyrek,
  • Nikolaus Meyer

摘要

Der anhaltende Personalmangel in der Sozialen Arbeit hat sich in den letzten Jahren zu einer strukturellen Krise entwickelt, die nicht nur die Qualität sozialer Dienstleistungen, sondern auch das professionelle Selbstverständnis und die Qualifizierungsstrukturen der Disziplin grundlegend verändert. Der Sammelband analysiert diese Entwicklung entlang von vier exemplarischen Arbeitsfeldern – Kindertagesbetreuung, Jugendhilfe, Soziale Arbeit bei Behinderung und Wohnungsnotfallhilfe – und beleuchtet die Auswirkungen auf die Adressatinnen, die professionell Tätigen sowie disziplin- und professionspolitische Akteure. Die Beiträge zeigen, dass der Personalmangel weit über ein quantitatives Defizit hinausgeht und als Katalysator einer schleichenden De-Professionalisierung wirkt. Neben empirischen Befunden zu den Arbeitsbedingungen, den Qualifizierungswegen und den Folgen für die Adressatinnen wird die strukturelle Einbettung des Personalmangels in bildungs-, sozial- und arbeitsmarktpolitische Entwicklungen herausgearbeitet. Der Band verdeutlicht: Lösungsansätze müssen über reine Personalgewinnung hinausgehen und die sozialen, institutionellen und politischen ahmenbedingungen der Sozialen Arbeit in den Blick nehmen.