Die (Un)Erinnerbarkeit kolonialer Vergangenheiten: Emotionen und Affekte in der Erinnerungsforschung
摘要
Im letzten Jahrzehnt hat die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus in Europa an Bedeutung gewonnen.Vergangenheiten erlangen erst dann gesellschaftliche Relevanz, wenn sie auf kollektiv geteilten Affekten und Emotionen basieren. Zur Untersuchung der Produktion von Emotionen in postkolonialen Erinnerungspolitiken schlage ich das Konzept emotionaler Diskurse vor. Diese erzeugen affektivesWissen über die Vergangenheit und schaffen damit die Bedingungen für die (Un)Erinnerbarkeit kolonialer Vergangenheiten. Am Beispiel des Genozids an den OvaHerero und Nama zeige ich, wie eine emotionale Differenz im Verhältnis zur Erinnerung an den Holocaust hergestellt wird und wie diese postkoloniale Machtverhältnisse reproduziert. Schließlich bietet der Beitrag eine Perspektive für die Dekolonisierung westlicher Erinnerungsforschung.