Das europäische Gedächtnis im Spannungsfeld national gerahmter Erinnerungsdiskurse – Erinnerungskonkurrenzen, Identitätsbildung und Instrumentalisierung
摘要
Das europäische Gedächtnis ist ein vielschichtiges und umkämpftes Konstrukt, das kollektive Erinnerung und Identitätsbildung in Europa vereint und dabei stets Spannungen zwischen nationalen und europäischen Narrativen bewältigen muss. Zentrale Fragen umfassen die mögliche Re- oder De-Nationalisierung des kollektiven Gedächtnisses in europäischen Ländern und die Rolle extremistischer Parteien wie dem französischen Rassemblement National, die durch selective Geschichtsinterpretationen nationale Mythen stärken und die europäische Erinnerungskultur herausfordern. Die Instrumentalisierung durch rechtspopulistische Parteien zeigt die Fragilität und die politische Dimension dieser Erinnerungskultur, da nationale Mythen zur politischen Abgrenzung gegen die Europäische Union genutzt werden.