Die Kooperation mit Eltern ist neben der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern eines der zentralen Tätigkeitsfelder von Fachkräften in kindheitspädagogischen Einrichtungen. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit ergibt sich aus der geteilten Verantwortung der Akteur:innen, die eine Spannung zwischen potenziell unterschiedlichen Erziehungsidealen und -praxen erzeugt. Der Beitrag umreißt in Kürze das einschlägige pädagogische Ideal der Erziehungspartnerschaft und referiert bis heute geübte Kritiken daran. Im Weiteren wird der potenzielle Nutzen qualitativ-empirischer Forschung für die Reflexion von Elternkooperation durch die Fachkräfte anhand ausgewählter Studien ausgelotet. Die Studien zeigen, dass Elternkooperation neben dem häufig angeführten Kindeswohl weitere wichtige Funktionen für die Einrichtungen und die Fachkräfte (und die Eltern) erfüllt. Resümierend wird die These vertreten, dass Fachkräfte vor der paradoxen Herausforderung stehen, professionelle pädagogische Standards mit anderslautenden Erziehungsidealen von Eltern zu koordinieren und dass gerade in herausfordernden Fällen wechselseitige Anerkennung, Strategien des Aufeinander-Zugehens und Anstrengungen zur Kompromissbildung der Schlüssel zur Problemlösung sein können.

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Elternkooperation in der Kindheitspädagogik

  • Michael Knoll

摘要

Die Kooperation mit Eltern ist neben der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern eines der zentralen Tätigkeitsfelder von Fachkräften in kindheitspädagogischen Einrichtungen. Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit ergibt sich aus der geteilten Verantwortung der Akteur:innen, die eine Spannung zwischen potenziell unterschiedlichen Erziehungsidealen und -praxen erzeugt. Der Beitrag umreißt in Kürze das einschlägige pädagogische Ideal der Erziehungspartnerschaft und referiert bis heute geübte Kritiken daran. Im Weiteren wird der potenzielle Nutzen qualitativ-empirischer Forschung für die Reflexion von Elternkooperation durch die Fachkräfte anhand ausgewählter Studien ausgelotet. Die Studien zeigen, dass Elternkooperation neben dem häufig angeführten Kindeswohl weitere wichtige Funktionen für die Einrichtungen und die Fachkräfte (und die Eltern) erfüllt. Resümierend wird die These vertreten, dass Fachkräfte vor der paradoxen Herausforderung stehen, professionelle pädagogische Standards mit anderslautenden Erziehungsidealen von Eltern zu koordinieren und dass gerade in herausfordernden Fällen wechselseitige Anerkennung, Strategien des Aufeinander-Zugehens und Anstrengungen zur Kompromissbildung der Schlüssel zur Problemlösung sein können.