Antikurdischer Rassismus – Annäherung an eine Definition
摘要
Ob von Antikurdischem Rassismus gesprochen werden kann, ist Ausgangspunkt dieser Annäherung – auf Basis umfassender empirischer Erkenntnisse und der Medienanalyse wird dies bejaht. Antikurdischer Rassismus beschreibt die spezifische Diskriminierung, Abwertung und Gewalt gegenüber Menschen mit kurdischer Identität oder kurdisch zugeschriebener Zugehörigkeit. Seine Wurzeln liegen in kolonialen Ordnungen, Nationalstaatsbildungen und systematischer Verleugnung kurdischer Existenz. In der Gegenwart zeigt er sich u. a. in Unsichtbarmachung, Kriminalisierung, struktureller Benachteiligung und symbolischer Gewalt – auch in Deutschland. Zentrale Merkmale sind die gleichzeitige Leugnung kurdischer Identität und ihre Darstellung als Bedrohung. Diese Form des Rassismus unterscheidet sich durch ihren spezifischen historischen und geopolitischen Kontext, teilt jedoch mit anderen Rassismen die Funktion sozialer Ausgrenzung. Ziel ist es, Sprache für Erfahrungen zu finden und mehrdimensionale Sprachlosigkeit zu durchbrechen.