(Un-)sichtbare Verletzungen – Erfahrungen, Erscheinungsformen und Bewältigungsstrategien antikurdischen Rassismus
摘要
Die qualitative Studie basiert auf 34 Expert*inneninterviews und untersucht Erscheinungsformen und Wirkungen von antikurdischem Rassismus in Deutschland. Sie zeigt, dass Kurd*innen sowohl allgemeinen als auch spezifischen Rassismus – etwa durch migrantische Communitys mit rechtsnationalistischen oder islamistischen Ideologien – erleben. Die Rassismuserfahrungen reichen von subtiler Ausgrenzung über sprachliche Abwertung bis hin zu physischer Gewalt. Sichtbarkeit kurdischer Identität führt häufig zu Kriminalisierung, Unsicherheit und sozialer Verletzbarkeit. Betroffene entwickeln unterschiedliche Bewältigungsstrategien zwischen Schweigen, Anpassung und politischer Selbstermächtigung. Rassismus wirkt als chronischer Stressor mit tiefen emotionalen Folgen. Auf Basis der Ergebnisse wird ein mehrdimensionales Modell zur Beschreibung des Phänomens antikurdischer Rassismus entwickelt, das Ursachen, Kontexte, Strategien und Wirkungen strukturiert darstellt.