Einleitung: Gibt es einen antikurdischen Rassismus?
摘要
Ziel dieses Basistextes ist es, das Phänomen des antikurdischen Rassismus in Deutschland erstmals systematisch zu erfassen und auf Grundlage empirischer Analysen theoretisch einzuordnen. Abschnitt. 1.1 widmet sich den theoretischen Grundlagen von Rassismus und zeichnet dessen Wandel in der Migrationsgesellschaft nach – vom klassischen hin zum Kultur- und Neorassismus. Rassismus wird dabei als Struktur gesellschaftlicher Dominanz verstanden, die sich auf individueller, institutioneller und diskursiver Ebene äußert. Am Beispiel antikurdischer Diskriminierung wird sichtbar, wie soziale Ungleichheiten historisch, politisch und intersektional verankert sind. Alsdann wird (Abschn. 1.2) die Verflechtung von Rassismus und Nationalismus beleuchtet: Die Vorstellung homogener Nationen führt zu symbolischen In- und Exklusionen, die sich in Debatten um Integration und Zugehörigkeit niederschlagen. Ethnisierung gesellschaftlicher Probleme verstärkt Diskriminierung. Die Analyse weist auf postmigrantische Perspektiven, die Vielfalt anerkennen und neue Räume für Zugehörigkeit schaffen.