In Deutschland gibt es nur wenig Informationen über Bevölkerungsgruppen, die keinen Zugang zu regulärer Gesundheitsversorgung haben. Datenerhebungen in NGOs, die die Betroffenen behandeln und beraten, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bestehende Datenlücken zu schließen. Von den NGOs können die Daten für die Verbesserung der Angebote, die Öffentlichkeitsarbeit, das Fundraising und die politische Arbeit genutzt werden. Darüber hinaus können die Daten für Vorhaben bereitgestellt werden, deren Ziel es ist, die gesundheitliche Versorgung der Betroffenen zu verbessern. Bei der Planung und Umsetzung der Datenerhebungen sind einige Herausforderungen zu berücksichtigen. Hierzu gehören die Validität der Erhebung, die Sicherstellung des Datenschutzes, die Aufklärung der Klient:innen, die Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis und ethischer Prinzipien, die Berücksichtigung der Lebenswelten der Klient:innen, die Qualitätssicherung und Auswertung der Daten, die Veröffentlichung der Ergebnisse, die Weitergabe der Daten an andere Institutionen oder Personen sowie die Finanzierung entsprechender Aktivitäten. Zu den Grenzen von Datenerhebungen in NGOs gehören die variierende Vollständigkeit und Qualität der Daten aufgrund der situativen Rahmenbedingungen sowie die eingeschränkten Möglichkeiten für flächendeckende und bevölkerungsbezogene Aussagen. Um das Potenzial von Datenerhebungen in NGOs zu nutzen, sollte im individuellen Fall geprüft werden, für welche unterschiedlichen Zwecke und Bereiche der Organisation die erhobenen Daten zielführend genutzt werden können. Darüber hinaus können Erkenntnisse organisationübergreifend abgeglichen und gemeinsame weiterführende Vorhaben, unter Berücksichtigung beschriebener Herausforderungen und Grenzen, optimiert und vereinheitlicht werden. So kann die Aussagekraft der Daten und somit deren Beitrag zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen erhöht werden.

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Chancen, Herausforderungen und Grenzen von Datenerhebungen aus der Perspektive einer NGO

  • Gianni Varnaccia,
  • Carolin Bader

摘要

In Deutschland gibt es nur wenig Informationen über Bevölkerungsgruppen, die keinen Zugang zu regulärer Gesundheitsversorgung haben. Datenerhebungen in NGOs, die die Betroffenen behandeln und beraten, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, bestehende Datenlücken zu schließen. Von den NGOs können die Daten für die Verbesserung der Angebote, die Öffentlichkeitsarbeit, das Fundraising und die politische Arbeit genutzt werden. Darüber hinaus können die Daten für Vorhaben bereitgestellt werden, deren Ziel es ist, die gesundheitliche Versorgung der Betroffenen zu verbessern. Bei der Planung und Umsetzung der Datenerhebungen sind einige Herausforderungen zu berücksichtigen. Hierzu gehören die Validität der Erhebung, die Sicherstellung des Datenschutzes, die Aufklärung der Klient:innen, die Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis und ethischer Prinzipien, die Berücksichtigung der Lebenswelten der Klient:innen, die Qualitätssicherung und Auswertung der Daten, die Veröffentlichung der Ergebnisse, die Weitergabe der Daten an andere Institutionen oder Personen sowie die Finanzierung entsprechender Aktivitäten. Zu den Grenzen von Datenerhebungen in NGOs gehören die variierende Vollständigkeit und Qualität der Daten aufgrund der situativen Rahmenbedingungen sowie die eingeschränkten Möglichkeiten für flächendeckende und bevölkerungsbezogene Aussagen. Um das Potenzial von Datenerhebungen in NGOs zu nutzen, sollte im individuellen Fall geprüft werden, für welche unterschiedlichen Zwecke und Bereiche der Organisation die erhobenen Daten zielführend genutzt werden können. Darüber hinaus können Erkenntnisse organisationübergreifend abgeglichen und gemeinsame weiterführende Vorhaben, unter Berücksichtigung beschriebener Herausforderungen und Grenzen, optimiert und vereinheitlicht werden. So kann die Aussagekraft der Daten und somit deren Beitrag zur Verbesserung der Versorgung der Betroffenen erhöht werden.