Einleitung
摘要
Gebärdensprachdolmetscher*innen (im Folgenden GSD) verfügen im Verhältnis zu tauben Menschen über mehr Machtpotentiale, was zu einer asymmetrischen, abhängigkeitsstiftenden Dienstleistungsbeziehung führt. GSD können diese Asymmetrie, in ihrer Tätigkeit als Sprach- und Kulturmittler*innen, abschwächen oder verschärfen. Welche Konsequenzen ergeben sich also für GSD, wenn sie diese machtvolle Position missbrauchen und wie können taube Menschen Verstöße gegen ihr Recht auf kommunikative Zugänglichkeit durch professionelle Dienstleister*innen (§9 I BGG, Art. 9 UN-BRK) adressieren? In Artikel 8 der Berufs- und Ehrenordnung (BEO) der Gebärdensprachdolmetscher*innen und -übersetzer:innen des Bundesverbandes der GebärdensprachdolmetscherInnen Deutschlands e.V. (BGSD Bund) verpflichten sich GSD der Wahrung und Pflege des Ansehens ihres Berufsstandes, indem sie Verantwortung dafür übernehmen, dass Verstöße gegen die BEO sowie unprofessionelles Verhalten und daraus resultierende Konsequenzen auf professionelle Weise diskutiert und aufgelöst werden.