Das Kapitel arbeitet typenübergreifende Strukturaspekte heraus (vgl. Miethe 2014), die die Bildungswege von Heranwachsenden mit palästinensischer Fluchtmigrationsbiografie maßgeblich prägen. Zwei zentrale Postmigrationsstressoren werden identifiziert: Erstens transgenerational übertragene Fluchtmigrationserfahrungen, die sich in Form familiärer Traumatisierungen, Ängste, Kontrollverhalten und begrenzter Handlungsspelräume auf die Kindergeneration niederschlagen; zweitens das Fehlen eines „juristischen Kapitals“, das aus Staatenlosigkeit und langjähriger Duldung resultiert und strukturell in unsicheren Lebensverhältnissen, eingeschränkten Rechten nd fehlender Zukunftsperspektive mündet. Beide Aspekte entfalten in wechselseitiger Verschränkung strukturbildende Dynamiken und beeinträchtigen Teilhabechancen nachhaltig. Die Rekonstruktionen verdeutlichen, dass insbesondere Geschwisterpositionen, rechtlicher Status und familiale Erzählmuster das Bildungsengagement prägen. Der Begriff des „juristischen Kapitals“ wird theoretisch fundiert und empirisch gestützt in den Kontext struktureller Ungleichheit eingebettet. Das Kapitel bildet damit die querschnittsanalytische Grundlage für die anschließende Typenbildung.

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Strukturaspekte

  • Tanja Manthey-Gutenberger

摘要

Das Kapitel arbeitet typenübergreifende Strukturaspekte heraus (vgl. Miethe 2014), die die Bildungswege von Heranwachsenden mit palästinensischer Fluchtmigrationsbiografie maßgeblich prägen. Zwei zentrale Postmigrationsstressoren werden identifiziert: Erstens transgenerational übertragene Fluchtmigrationserfahrungen, die sich in Form familiärer Traumatisierungen, Ängste, Kontrollverhalten und begrenzter Handlungsspelräume auf die Kindergeneration niederschlagen; zweitens das Fehlen eines „juristischen Kapitals“, das aus Staatenlosigkeit und langjähriger Duldung resultiert und strukturell in unsicheren Lebensverhältnissen, eingeschränkten Rechten nd fehlender Zukunftsperspektive mündet. Beide Aspekte entfalten in wechselseitiger Verschränkung strukturbildende Dynamiken und beeinträchtigen Teilhabechancen nachhaltig. Die Rekonstruktionen verdeutlichen, dass insbesondere Geschwisterpositionen, rechtlicher Status und familiale Erzählmuster das Bildungsengagement prägen. Der Begriff des „juristischen Kapitals“ wird theoretisch fundiert und empirisch gestützt in den Kontext struktureller Ungleichheit eingebettet. Das Kapitel bildet damit die querschnittsanalytische Grundlage für die anschließende Typenbildung.