Theoretischer Hintergrund
摘要
Das Kapitel entwickelt die theoretische Fundierung der Dissertation im Anschluss an einen induktiv-iterativen Forschungsprozess. Erst nach Abschluss der empirischen Fallanalysen wurde deutlich, dass sich die Bildungswege von Heranwachsenden aus palästinensischen Mehrkindfamilien mit Fluchtmigrationsbiografie nur im Rahmen gesellschaftstheoretischer Ungleichheitsforschung angemessen analysieren lassen. In den Fokus rücken dabei Macht- und Dominanzstrukturen im sozialen, familialen und institutionellen Umfeld. Zur Konzeptualisierung dieser Mechanismen wird vor allem auf Bourdieus Theorie von Kapital, Habitus und sozialem Raum zurückgegriffen. Diese erlaubt es, strukturelle Benachteiligungen, Sozialisationsprozesse und symbolische Gewalt in Bildungsbiografien theoretisch zu fassen. Die Verbindung von Bourdieu mit biografischer Forschung ermöglicht eine tiefgreifende Analyse individueller Bildungswege im Kontext gesellschaftlicher Verhältnisse. Ergänzt wird die theoretische Rahmung durch postkoloniale Perspektiven und bildungspolitische Überlegungen Bourdieus, etwa zur inklusiven Schule. Das Kapitel liefert damit die theoretische Basis für die empirische Untersuchung.