In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe und theoretische Konzepte erläutert, die zur Beschreibung des Samples und zur Analyse von Bildungsungleichheiten im Kontext von Fluchtmigration erforderlich sind. Die Dissertation greift den Begriff der Mehrkindfamilie als Sozialisationsrahmen auf und diskutiert ihn im historischen sowie gesellschaftlichen Kontext. Es wird kritisch reflektiert, wie Begriffe wie Migration, Flucht, Transnationalität und ethnische Zugehörigkeit gesellschaftlich konstruiert, politisch aufgeladen und mit Machtasymmetrien verbunden sind. Die Arbeit entscheidet sich für den Begriff Fluchtmigrationsbiografie, um komplexe, mehrgenerationale Vertreibungsprozesse und prekäre Rechtslagen – wie Staatenlosigkeit – adäquat zu erfassen. Zugleich wird die Gefahr der Reproduktion von Stereotypen durch wissenschaftliche Kategorien anerkannt. Die Analyse erfolgt daher im Rahmen der kritischen Migrationsforschung sowie postmigrantischer Perspektiven, um Bildungsprozesse nicht losgelöst von gesellschaftlichen Bedingungen zu betrachten. Begriffe wie Integration und Inklusion werden dabei nicht normativ, sondern analytisch verwendet. Schließlich wird deutlich, dass die Einbindung migrationsgesellschaftlicher Diskurse unerlässlich ist, um Bildungswege betroffener Heranwachsender differenziert zu verstehen.

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Begriffsbestimmungen

  • Tanja Manthey-Gutenberger

摘要

In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe und theoretische Konzepte erläutert, die zur Beschreibung des Samples und zur Analyse von Bildungsungleichheiten im Kontext von Fluchtmigration erforderlich sind. Die Dissertation greift den Begriff der Mehrkindfamilie als Sozialisationsrahmen auf und diskutiert ihn im historischen sowie gesellschaftlichen Kontext. Es wird kritisch reflektiert, wie Begriffe wie Migration, Flucht, Transnationalität und ethnische Zugehörigkeit gesellschaftlich konstruiert, politisch aufgeladen und mit Machtasymmetrien verbunden sind. Die Arbeit entscheidet sich für den Begriff Fluchtmigrationsbiografie, um komplexe, mehrgenerationale Vertreibungsprozesse und prekäre Rechtslagen – wie Staatenlosigkeit – adäquat zu erfassen. Zugleich wird die Gefahr der Reproduktion von Stereotypen durch wissenschaftliche Kategorien anerkannt. Die Analyse erfolgt daher im Rahmen der kritischen Migrationsforschung sowie postmigrantischer Perspektiven, um Bildungsprozesse nicht losgelöst von gesellschaftlichen Bedingungen zu betrachten. Begriffe wie Integration und Inklusion werden dabei nicht normativ, sondern analytisch verwendet. Schließlich wird deutlich, dass die Einbindung migrationsgesellschaftlicher Diskurse unerlässlich ist, um Bildungswege betroffener Heranwachsender differenziert zu verstehen.