Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems und dem Beginn der Liberalisierung der Finanzströme setzte sich auch die Erkenntnis durch, dass durch die Beseitigung von Kapitalverkehrskontrollen Verzerrungen abgebaut und damit wesentliche Voraussetzungen für eine Handelsausweitung geschaffen werden konnten. Die internationalen Finanzströme stiegen daraufhin sprunghaft an, sodass die nationalen Finanzmärkte zu einem globalen Finanzmarkt zusammen wuchsen. Wichtige Merkmale dieser Entwicklung sind neben den stark gesunkenen Informations- und Transaktionskosten der freie Marktzugang für alle Interessenten sowie hohe Gewinnchancen bei gleichzeitig gesunkenen Aufsichts- und Einflussmöglichkeiten der nationalen Organe. Dadurch stieg aber auch die Krisenanfälligkeit der Finanzmärkte: Die Finanzmarktakteure entwickelten eine Fülle neuer kaum kontrollierbarer Finanzinnovationen, nutzten Schattenbanken oder entzogen sich in Steueroasen sogar komplett dem Einflussbereich von Finanzkontrollen. Um den sich abzeichnenden Gefahren einer zu geringen Regulierung der Finanzmärkte zu begegnen wurden ab Ende der 1980er-Jahre mehrere Regulierungspakete (Basel I, Basel II und später Basel III) konzipiert. Im Kern ging es zunächst darum die Eigenkapitalanforderungen an international tätige Banken zu erhöhen, um diese in die Lage zu versetzen auf Liquiditätsprobleme flexibler reagieren zu können. Basel I und II reichten jedoch nicht aus, um der Internationalen Finanzkrise 2007/2008, die durch eine Immobilienkrise in den USA ausgelöst wurde, wirkungsvoll begegnen zu können. Die Bankenkrise führte zu einem Börsencrash und in der Folge zu einer weltweiten Rezession.

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Globalisierung der Finanzmärkte

  • Eckart Koch

摘要

Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems und dem Beginn der Liberalisierung der Finanzströme setzte sich auch die Erkenntnis durch, dass durch die Beseitigung von Kapitalverkehrskontrollen Verzerrungen abgebaut und damit wesentliche Voraussetzungen für eine Handelsausweitung geschaffen werden konnten. Die internationalen Finanzströme stiegen daraufhin sprunghaft an, sodass die nationalen Finanzmärkte zu einem globalen Finanzmarkt zusammen wuchsen. Wichtige Merkmale dieser Entwicklung sind neben den stark gesunkenen Informations- und Transaktionskosten der freie Marktzugang für alle Interessenten sowie hohe Gewinnchancen bei gleichzeitig gesunkenen Aufsichts- und Einflussmöglichkeiten der nationalen Organe. Dadurch stieg aber auch die Krisenanfälligkeit der Finanzmärkte: Die Finanzmarktakteure entwickelten eine Fülle neuer kaum kontrollierbarer Finanzinnovationen, nutzten Schattenbanken oder entzogen sich in Steueroasen sogar komplett dem Einflussbereich von Finanzkontrollen. Um den sich abzeichnenden Gefahren einer zu geringen Regulierung der Finanzmärkte zu begegnen wurden ab Ende der 1980er-Jahre mehrere Regulierungspakete (Basel I, Basel II und später Basel III) konzipiert. Im Kern ging es zunächst darum die Eigenkapitalanforderungen an international tätige Banken zu erhöhen, um diese in die Lage zu versetzen auf Liquiditätsprobleme flexibler reagieren zu können. Basel I und II reichten jedoch nicht aus, um der Internationalen Finanzkrise 2007/2008, die durch eine Immobilienkrise in den USA ausgelöst wurde, wirkungsvoll begegnen zu können. Die Bankenkrise führte zu einem Börsencrash und in der Folge zu einer weltweiten Rezession.