Lassen sich Ereignisse wie das Hochwasser im Juli 2021 im Voraus zuverlässig abschätzen? Hätte es schlimmer kommen können? Müssen wir aufgrund des Klimawandels mit noch größeren Ereignissen rechnen? Um solche Fragen zu beantworten, werden Modelle benötigt, die Extremereignisse realitätsnah beschreiben. Am Beispiel der Ahr werden innovative Ansätze zur Hochwassermodellierung vorgestellt. Die Modelle zeigen, dass schon eine leichte Verschiebung des Regenfeldes nach Osten die Abflussspitzen in einigen Zuflüssen der Ahr um bis zu 160 % erhöht hätte. Aufgrund des Klimawandels ist künftig mit höheren Extremniederschlägen und Hochwassern zu rechnen. Für drei der vier betrachteten Szenarien fallen diese Zunahmen moderat aus. Im Worst‐Case‐Szenario sind die Zunahmen jedoch besorgniserregend, z. B. mit einer Zunahme des 100‐jährlichen Abflusses um 43 % am Pegel Altenahr. Die Modelle sind eine wichtige Grundlage für die Bemessung von Schutzmaßnahmen und für ein verbessertes Katastrophenmanagement.

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Hochwasserbemessung, Extremszenarien und Klimawandel am Beispiel des Ahrtals

  • Bruno Merz,
  • Heiko Apel,
  • Xiaoxiang Guan,
  • Björn Guse,
  • Li Han,
  • Dung Viet Nguyen,
  • Sergiy Vorogushyn

摘要

Lassen sich Ereignisse wie das Hochwasser im Juli 2021 im Voraus zuverlässig abschätzen? Hätte es schlimmer kommen können? Müssen wir aufgrund des Klimawandels mit noch größeren Ereignissen rechnen? Um solche Fragen zu beantworten, werden Modelle benötigt, die Extremereignisse realitätsnah beschreiben. Am Beispiel der Ahr werden innovative Ansätze zur Hochwassermodellierung vorgestellt. Die Modelle zeigen, dass schon eine leichte Verschiebung des Regenfeldes nach Osten die Abflussspitzen in einigen Zuflüssen der Ahr um bis zu 160 % erhöht hätte. Aufgrund des Klimawandels ist künftig mit höheren Extremniederschlägen und Hochwassern zu rechnen. Für drei der vier betrachteten Szenarien fallen diese Zunahmen moderat aus. Im Worst‐Case‐Szenario sind die Zunahmen jedoch besorgniserregend, z. B. mit einer Zunahme des 100‐jährlichen Abflusses um 43 % am Pegel Altenahr. Die Modelle sind eine wichtige Grundlage für die Bemessung von Schutzmaßnahmen und für ein verbessertes Katastrophenmanagement.